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und sonst so

Die Tür krachte in die Zarge. Es war ein Schlag in die Magenkuhle des neuen Sicherheitsschlosses und die Nachbarn zitterten kurz in ihrer Pupscouch, als hätte jemand auf sie geschossen.
Obergenervt lief Gustav in Richtung Kneipe. Oder besser: Er ging sehr eilig. Für den freundlichen Straßenmusikanten sah es aus, als müsste der Eilige dringend auf die Toilette. Obwohl der Straßenmusikant ziemlich wenig Kenntnisse – vor allem keine musikalischen – hatte, so dass es dem Beobachter dieser Szene schwer vorstellbar war, diesem Mann die Bewertung des Zweckes eines Ganges zuzutrauen. Wer eine Stunde lang lediglich drei Töne auf einem Akkordeon mit 90 Basstasten spielte, der musste ganz klar Defizite in Bereichen haben, die einen normalen Menschen vom Wilden unterscheiden.
„Wer jahrelangs ins Klo greift, der riecht irgendwann nach Scheiße!“ – Gustav wackelte ins Lokal; zu dessen Tür war er freundlich. Der Wirt sagte „Tach“ und der, der immer da war, aber dessen Namen sich Gustav nicht merken wollte, sagte nichts. Erstmal. Spätestens wenn Gustav das Bier vor der Nase hätte, würde der ohne Namen anfangen, Belanglosigkeiten als Nachrichten zu verkaufen und Sätze zu sagen, wie: „Aber man muss ja froh sein, wenn man Arbeit hat.“
Gustav wusste, dass der Stammgast keine Arbeit hatte und gern ins Jobcenter ging. Dort konnte man sich von reifen Frauen beschimpfen und betrügen lassen und am Ende bekam man noch Geld dafür!
Der Namenlose hatte allerdings seine Meinung soeben geändert. Er erklärte feierlich, beim nächsten Jobcenterbesuch ausrasten zu wollen und suchte nun Unterstützer und Mitstreiter.
„So wie 89 in Prag! Man muss es denen mal zeigen!“.
Gustav hatte Fernsehen geschaut. Deshalb wusste er, dass ein Flugzeug abgeschossen worden war, ohne dass es die Ermittler schon wussten. Die hatten sich auch gewundert, dass das Westfernsehen Bescheid wusste. Irgendwer muss es denen ja gesagt haben, dass der Russe schuld hat.
„Wir sollten endlich zurückschießen! Meinetwegen auch 5 Uhr 45! Und mit ein bisschen Glück marschieren wir bis nach Stalingrad und dann kriegen wir so einen auf die Mütze, dass der Russe uns wieder überrollt und uns ein zweites Mal befreit!“
Gustav war schon mal im Krieg. In welchem, das wusste er nicht mehr, denn die haben ihn an der Birne erwischt, sah nicht gut aus, aber er hats geschafft. Mit nur einem halbeingeschalteten Gehirn. Das reichte jedenfalls, um Fernsehen zu gucken und in die Kneipe zu gehen.
„Die ist doch nicht ganz knusper, die Alte!“, rief der Wirt. Der hatte mit einem anderen Gast, der von der Tür aus nicht zu sehen war, gesprochen.
Das war nun genug Aggressivität für diesen Tag und Gustav ging, ohne zu zahlen. Er hatte ja auch noch kein Bier bekommen.
Aber für einen Krieg war es irgendwie nicht die richtige Zeit und eine Besetzung des Jobcenters war ihm nicht geheuer. Da käme mit Sicherheit kein Genscher, um alle zu befreien. Damals war sowieso alles anders. Ganze Eisenbahnzüge voller Menschen wollten dorthin, wo die Sonne immer die Lust an ihrem Job verlor und kündigte. Täglich.
Und alles für eine Stange Marlboro. So machte Gustav sich seine Gedanken, während er dem Musikmann einen Cent in den Hut warf und „Hau ab!“ rief.

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Der Europäische Herbst hat ein Ende. Alle Nichtwähler in Schleswig-Holstein riefen wie aus einem Munde durch den Regen: „Die aktuelle politische Situation ist uns so wichtig wie Zirkus Halligalli!“
Der wichtigste Indikator für die Bundestagswahl aber war das Samstagabendprogramm im ZDF. Deutschland verlor gegen Bayern, denn der Schiedsrichter hatte die Roten Karten zu Hause vergessen. Apropos Vergessen: Die Fleischbeschau im Nachgang der Partie ließ sich denn auch nicht von den vielen Logikfehlern des Spiels der Show beeindrucken und alle taten so, als hätten sie ein Wunderwerk des Weltfußballs gesehen.

Das lernen bereits die Kinder unterm Pastor: Zuerst die 10 Gebote auswendig (mit dabei „du sollst dir kein Bildnis machen“) und danach malen alle den lieben Gott, wie er aus dem Himmel guckt.

Und wer nicht mitmacht, der bekommt einen Tadel.

So dürfen wir befürchten, dass am kommenden Bundeswahltag wieder alle Angehörigen aller Parteimitglieder im Gleichschritt zur Wahlurne wandern um die berufliche Zukunft ihrer Verwandten zu wählen, statt den Enkeln eine glückliche Zukunft zu gestalten.

So. Die Tage werden länger (Wielang denn noch?!), der Winter hat die Hosen runter gelassen und schon wird die Luft – ähm – heiß. Meistens jedenfalls. Alle haben „Igittt“ gerufen und schnell hat er sich auf seinen Schlitten geschwungen und ist hinfort gefahren nach Australien auf Nimmerwiedersehen. Solange zumindest, bis hier die Weihnachtskalender im Laden nach Vanillin stinken. Dann nämlich kommt das alte Schleckermaul wieder angekrochen. Siehste!
Würden wir nämlich auf die Weihnachtskalender inkl. künstlicher Liebe und Kunstschokolade verzichten, dann bliebe das Väterchen Frost von heute einfach fort. In Australien vermutlich. Dort ist der Job nicht so hart, kaum jemand erwartet, dass der Wintermacher im Outback die Minuskeule rausholt. Und zu Weihnachten ist Väterchen Frost längst über alle Berge, dann nämlich wenn der doofe Onkel Weihnachtsmann aus Amerika kommt.
Hierher nach Australien traut er sich nur hinter vorgehaltener Hand, denn hier tragen die Weihnachtsmänner ihre Säcke vor dem Bauch und noch echte Eier in der kurzen Hose.
Knecht Ruprecht kommt ohnehin nur in Länder, die kulturell dringend etwas Richtungskorrektur benötigen.
Und das sind viele.
Bestätigung findet sich täglich, wenn man sieht, womit der gemeine Deutsche sich die Zeit vertreibt. Hündischer Mut zur Nachahmung, das erzeugt Bewunderung in einem Raum voller Schmeichler. 
Nun, ich hingegen bevorzuge eine bunte Kommerzkultur mit dem Mut zum Fehler.
Und dieser Gedanke lässt den heutigen Tag leuchten: In orangefarbenem Frohsinn.

Mir ist so, als hätte meine Weihnachtsgeschichte einen logischen Fehler. Aber egal. Was im „Tatort“ geht, geht hier auch.

Es war eine karusselähnliche Schuppen abwerfende Substanz ohne Haare. Blätter aus Gesichtern, die sich drehten wie Sterne im Trickfilm. Oder wie in einer noch zu züchtenden Genblume. Diese Genblume wird gelb sein und bunte Formen spielen; sie kann sprechen, denken und duften.
Kein Traum ist mehr Traum, alles ist produzierbar. Newton hatte vielleicht Unrecht aber Heisenberg schon nicht mehr so genau. So genau weiß das heute niemand mehr. Schon allein deshalb, weil es heute als diskriminierend gilt, wenn man eine konkrete Meinung hat.
Wer A sagt, ist Rassist, Autist, Ignorant!
Heute sagt man A und (vielleicht auch) B (unter bestimmten Voraussetzungen), aber immerhin gäbe es auch eine Tendenz zu D, wir wollen da jetzt nicht zu sehr trennen, denn immerhin sind alle irgendwie wertvoll und vollwertig.
Der Halbleiter soll demnächst aus den Physikbüchern gestrichen werden. Allein die Herkunft des Wortes ist schon gefährlich, galt doch zur Zeit seiner Entdeckung der Neger noch als Mohr und Sauermilch war ein Naturprodukt. Wie ekelhaft!

Ein neuer Tag wird da sein, wenn Ihr nach ihm ru-huft.
Die Spannmuffe dicht an der Manschette ohne Lu-huft.

Und er sprach:
Ungerechtigkeiten
Gabs zu allen Zeiten.

Also, wenn ich Angela Merkel wäre, dann würde ich am kommenden Freitag (21.12.2012, Mensch!) den Kachelmann und die komplette Chemtrailstaffel in Richtung Stratosphäre schicken und mal so richtig den Himmel verdunkeln. Für drei Tage. Wenn es weiße Kunstwolken gibt, dann wird es wohl auch schwarze Kunstwolken geben!
Also Himmel abdunkeln, oder Sonne ausschalten. Das müssen die doch längst können, wenn die tatsächlich auf dem Mond gewesen sein wollen!
Dann müßte Schäuble in der Aktuellen Kamera auftreten und sagen, daß das daran liegt, daß die Griechen jetzt auch das Tageslicht unter sich verscherbelt haben. Scheiß Bankenrettung! Mit Geld macht man keine Lampe an.
Aber jetzt ist nicht mal mehr Geld da.
Dann kommt Rösler und schlägt vor, Griechenland soll sofort das Licht zurückgeben und den lieben Gott dazu!
Klaus Kleber wird etwas schräg lächeln und ein voll investigatives Interview mit dem Kachelmann führen, mit so Fragen wie: „Warum sehen Sie keine Chance für ein baldiges… (irgendwas, ähm, weiß noch nicht, naja, setz irgendwas ein, wie sonst auch, Katja!)“. Sorry, die Frage war noch nicht fertig, blöd. Ok. Das streich’ ich.

In dem Moment kommt Frau Merkel aus der Kulisse und sagt, daß sie zu Herrn Kachelmann vollstes Vertrauen hat.
Dann ist der Strom ganz weg.

Drei Tage ängstigen sich die deutschen Journalisten und senden zur Belustigung ausnahmsweise Sachen wie DSDS oder Wetten daß…, während das Volk auf den Straßen ausschweifend Christi Geburt mit Karneval entgegenfeiert, als gäbe es kein Morgen! (Die Quoten für DSDS und Wetten daß… sind natürlich grandios)
Dann geht der Strom wieder an, aber niemand merkt es.
Erst wenn am Horizont 3 LED’s blinken und Jungfrau Angela leise singend mit Markus Lanz als Jesus Christus im heute-Journal erscheint und beide verkünden, daß wir alle gerettet sind, wenn wir sämtliche Zigaretten wegwerfen und kein CO2 mehr pupsen, kehrt Ruhe ein!

Merkel wird ab sofort „Deutschland in den Grenzen von 1985“ fordern und Sonja Zietlow holt uns alle hier raus. Oder so.
Das wäre aber auch keine Rettung.
Moment. Ich denk noch mal nach.

Die Fibonaccifolge bestimmt die Zeitleiste von Eisensteins Potjomkin.
Ein Buch über die delikaten Details im Kleinstadtpuff ist noch nicht geschrieben.
Wenn die Araber und Afrikaner tatsächlich Internet hätten, dann müßte man dort nicht mehr mit Panzern hin.
Wollen wir den Menschen entwickeln, müssen wir ihn zuerst domestizieren (das nämlich wurde bislang versäumt).
Die Degenereszenz wurde von Nietzsche bereits diagnostiziert; vor 150 Jahren!!!
Auch Beckett hatte recht: Wir werden verrückt geboren!
Und Niebelschütz: Wer das Unterste erhöht, erniedrigt das Ganze.
Eins ist immerhin klar: die Belanglosigkeit hat gesiegt.

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