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Rasenmäher und so

Der Sommer ist hereingebrochen, dicke grüne Blätter wackeln an den Bäumen vor meinem Fenster, der Tabak sprießt und provoziert einen Einsatz mit der Heckenschere.
Alle Welt muss spazieren gehen, so dass es auf meinem Wanderweg derzeit so voll ist, wie sonst nur am U-Bahnhof Alexanderplatz. Deshalb gehen die alle auch dahin. Wenn keiner da ist, geht auch keiner hin. Ist ja sonst keiner da. So funktioniert die Welt. Und dann kann man hinterher sagen, dass es schön war beim Wandern, denn die anderen fanden es auch schön. Und wenn andere das schön finden, dann darf man das selbst schön finden. Aber nur dann! Wenn man es – wie ich – schön findet, wenn niemand sonst da ist, dann wird man schräg angeschaut. Wie kann man nur!
Ich glaube, so funktioniert Privatfernsehen.

Jetzt hatte ich Hunger und dachte über die vielen Möglichkeiten nach, die meine Küche und meine Kochkunst bieten. Gebackene Aubergine? Mit Rinderhack gefüllte Aubergine? Avocadocreme mit Chips? Schafskäse mit Tomaten, gebacken? Thüringer Rostbrätl? Nudeln mit …, ja mit was? Vielleicht Carbonara oder Bolognese oder Napoli?

An diesem schönen Sonntag, will ich dich nicht lange auf die Folter spannen: Es wurde eine gutbürgerliche Boulette in Weißbrot mit karamellisierten Zwiebeln und dem ganzen Gedöns, das man zusammengeklatscht heute Burger nennt. Auch wenns schwerfällt, ja, heute fällt auch das schon unter gutbürgerliche Küche.

Ich bin also ein Gutbürger.
Hossa.

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was ist schlimmer: Rasenmäher oder Bauarbeiter?

Voller Stolz darf ich berichten, daß ich in eine rasenmäherarme Zone gezogen bin. Ja, ich bin stolz auf meinen Hinterhof. Und selbst die Strasse vorne raus hält meist die Klappe.

Und jetzt sind hinten Bauarbeiter. Ich kann mit Hammer und Zirkel leben. Aber warum müssen Bauarbeiter immer einen Radiosender transpirieren, so daß man sich dringend den romantischen Klang eines Schlitzwandbaggers herbeisehnt?
An dieser Stelle fällt mir ein, daß eine Verschärfung der Regeln für Waffenbesitz gar keine schlechte Idee ist. Zumindest in meinem Fall. Sonst käme mir die Idee, in einen Schützenverein zu treten und mir eine Kanone auf die Couch zu setzen, mit der ich still und heimlich Radiosender ausschalten kann.

Wenn da wenigstens ein moderner Reinhard Mey mit Tiefgang laufen würde. Nein. Ich höre immer noch „Afrika“ und „Give A Little Bit“ – zwischendrin irgendwas modernes ohne Eier und am Ende hat man das Gefühl, ein Eifon passe irgendwie nicht in die Zeit…

Seltsam.
So sind Donnerstage. Man schaut auf das Wochenende und hat aber noch so viel auf dem Schreibtisch. Obwohl man schon Freitag spielen möchte.
Nun, das Leben ist kein Pioniernachmittag.

Tschüß, dein Falk

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