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Schöne, rauchende Frauen
Tragendes Licht am Scheitel

Reporterblicke, lüstern
Föhne, rauchende, schauen

Reporter und Fotograf ringen
Das Honorar gegen die Kunst
Dem Sieger wird man einst singen
Er sah die Gefahr nicht im Dunst

„Ganz gleich“,
wird der Schreiber dann urteil’n
„wem letzlich die Ehre gebührt.
Der Sieger bestimmt die Geschichte,
und auch die Sprüche der Gerichte…
Wichtig sind nur die Gedichte!“

So bleiben dann ewig eitel
schöne, rauchende Frauen
Tragendes Licht
am Scheitel – mehr nicht.

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Ich sagte: Du siehst aus,
wie eine Schauspielerin.
Sie war echt glücklich und stolz,
und fragte: Wie sehe ich aus?
Ich sagte: Wie Agnes Kraus.

Sie wusste nichts, nichts, gar nichts
Kein Plan, wovon ich sprach
Sie wusste gar nichts, nichts, nichts
und ich war nicht gewillt,
ihr irgendwas zu verraten

Wer sind die beiden da auf dem Plakat!
Ich fragte: Warum willst du das wissen?
Sie fragte noch mal: Wer ist das?
Doch ich konnte mich nicht halten
Vor lachen.
Ich wusste es auch nicht.

Wir wussten nichts, nichts, gar nichts.
Kein Plan, auf dem Plakat da.
Sie wusste gar nichts, nichts, nichts.
Und ich war nicht gewillt
Das zu wissen
Was ich nicht wusste.

Ich sagte: Eine Schwalbe
macht noch keine Schwester.
Doch sie sah mich nur an
wie ein verletztes Tier.
Ich sang

Hallo Agnes! Agnes Kraus!
So siehst du aus.

Nicht aus aktuellem Anlaß (ich bin doch schon groß!) sondern, weil es an die Welt gehört und Verlage sowas heute nicht mehr drucken, es sei denn, es ist von Dieter Bohlen geschrieben, gibt es hier eines meiner Lieblingsgedichte von mir, das zu recht von mir sehr gemocht wird:

Bald kommt der Tag
an dem der Liebe Preis
nicht mehr den Pfand
ihrer Verpackung übersteigt!

Im Wert gemessen aneinander
hat
die schöne Hülle
gute Seiten – der Inhalt selbst doch nur
:Bosheiten.

Denn Liebe,
soviel sei gewiss,
ist eine Krankheit, eine schwere,
die ihresgleichen hat gefunden
in Schwindsucht, Krampf und
Leere –
kein Weib kann so gemein sein
wie der Schmerz, den es bedingt.

Ja, alte Zeiten waren besser
Schärfer waren gute Messer
Denker hatten was zu Lachen
Räuber konnten Beute machen 

Tief im Keller war zu Essen
Für den Winter, gut bemessen
Angst gab es nur im Theater
Froh- und Leichtsinn, morgens Kater 

Gasthausköche konnten kochen
Fürs Heizen wurde Torf gestochen
Zum Feierabend wurd’ gefeiert
Geschimpft, geliebt und angemeiert 

Ja, so wars in hellren Tagen
Die heutigen sind unsre Plagen
Und folgen dem Gesetz der Irren
Verwandeln sich, uns zu verwirren

Leere Kasse, leerer Tank
Leere Tasse, leerer Schrank
Dunkler Flur und Buntfernsehen
Verwandeln sich und werden schön 

Denn heut ist gestern, morgen schon
Der Uhren Lauf allein wird Lohn
Ein schöner Tag in der Geschichte
Wird heute sein, sieh die Berichte!

Eigentlich war es ein Gedicht. Dann war es ein Lied – und jetzt ist es wieder ein Gedicht. Knapp 10 Jahre alt:

guten morgen liebe sonne
ich gedenke dein mit wonne
kann dich noch nicht sehn

eine leise weiche regung
ein gedanke
überlegung
nein.
vielleicht kann ich verstehen

daß die liebe, schnell gefunden
weiter ist als die erlösung
und so nah – als könnt ich sehn
sie – ist fern. da hilft kein flehn

nun.
mein herz voll bangem warten
will dir sagen: ich bin dein!

deiner harr ich, sonnenschein!

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