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Bla Bla

Glück erkennen wir immer erst, wenn es geht. Der Mensch ist viel zu sehr Egoist, um während der glücklichen Phase sich selbst zu reflektieren und zu erkennen. Denn das bedeutete, kurz vom Glück zu lassen. Erst wenn es vergeht, fällt es auf; und auch das ist nur ein egoistischer Impuls, es ist nur Selbstmitleid.
Glück zu pflegen hieße, immer am Limit zu leben, immer volle Kraft zu geben, denn Glück entsteht nur im Vollkommenen.
Volle Kraft, ohne sich abzurackern, das führt zu Glück. Nur wenige können das naturgemäß, aber Sänger lernen das. Ich glaube, deshalb sind gute Sänger auch oft glücklich.

Ich denke, das wird ein Lied.

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Der Tag war gut.
Es hat geregnet, wurde spät hell und früh dunkel. Es war weniger hell als an einem Sonnentag. Vor allem ist an einem Regentag der helle Anteil weit geringer.
Der Tag war gut und ich überlege, woran dies wohl lag. Lag es am Tee ostfriesischer Mischung schlechter Rohstoffe mit mecklenburgischem Küsten-Honig und Zitronensaft aus alten Zitronen unbekannter Provenience?
Oder lag es am Leberwurstbrot aus fröhlicher Haltung und artgerechter Zubereitung?

Ein guter Tag entsteht in aller Regel nur, wenn er gut vorbereitet worden ist. Zum Beispiel durch einen guten Vorabend.
Ja. Der Vorabend war gut. Ich habe in den Fernseher geschaut und nichts gesehen. Oder so: Ich sah einen Film und hatte danach Denkbedarf. Also schaltete ich die unterhaltungsverlängernden Geräte ab und schaute. Immer in eine Richtung. Das hat Spaß gemacht.
Was habe ich an unnützem Programm alles nicht gesehen. Das war wirklich schön.

Und blieb nicht ohne Folgen, ich setzte die Verneinung heute morgen fort.
Nur ein Test-Blick auf Facebook, der Wutspeicher schwoll – und husch! Weg und raus und Schnauze da draußen!
Zurückgelehnt.
Musik komponiert.
Vorfreude auf einen Winter, der alles Böse zu Eis gefrieren – und im Frühjahr zu übel stinkendem Abwasser schmelzen lässt.
So klingt Hoffnung im dunklen Wald. Also jetzt.

Der November ist der Mai des Winters.

Die Tür krachte in die Zarge. Es war ein Schlag in die Magenkuhle des neuen Sicherheitsschlosses und die Nachbarn zitterten kurz in ihrer Pupscouch, als hätte jemand auf sie geschossen.
Obergenervt lief Gustav in Richtung Kneipe. Oder besser: Er ging sehr eilig. Für den freundlichen Straßenmusikanten sah es aus, als müsste der Eilige dringend auf die Toilette. Obwohl der Straßenmusikant ziemlich wenig Kenntnisse – vor allem keine musikalischen – hatte, so dass es dem Beobachter dieser Szene schwer vorstellbar war, diesem Mann die Bewertung des Zweckes eines Ganges zuzutrauen. Wer eine Stunde lang lediglich drei Töne auf einem Akkordeon mit 90 Basstasten spielte, der musste ganz klar Defizite in Bereichen haben, die einen normalen Menschen vom Wilden unterscheiden.
„Wer jahrelangs ins Klo greift, der riecht irgendwann nach Scheiße!“ – Gustav wackelte ins Lokal; zu dessen Tür war er freundlich. Der Wirt sagte „Tach“ und der, der immer da war, aber dessen Namen sich Gustav nicht merken wollte, sagte nichts. Erstmal. Spätestens wenn Gustav das Bier vor der Nase hätte, würde der ohne Namen anfangen, Belanglosigkeiten als Nachrichten zu verkaufen und Sätze zu sagen, wie: „Aber man muss ja froh sein, wenn man Arbeit hat.“
Gustav wusste, dass der Stammgast keine Arbeit hatte und gern ins Jobcenter ging. Dort konnte man sich von reifen Frauen beschimpfen und betrügen lassen und am Ende bekam man noch Geld dafür!
Der Namenlose hatte allerdings seine Meinung soeben geändert. Er erklärte feierlich, beim nächsten Jobcenterbesuch ausrasten zu wollen und suchte nun Unterstützer und Mitstreiter.
„So wie 89 in Prag! Man muss es denen mal zeigen!“.
Gustav hatte Fernsehen geschaut. Deshalb wusste er, dass ein Flugzeug abgeschossen worden war, ohne dass es die Ermittler schon wussten. Die hatten sich auch gewundert, dass das Westfernsehen Bescheid wusste. Irgendwer muss es denen ja gesagt haben, dass der Russe schuld hat.
„Wir sollten endlich zurückschießen! Meinetwegen auch 5 Uhr 45! Und mit ein bisschen Glück marschieren wir bis nach Stalingrad und dann kriegen wir so einen auf die Mütze, dass der Russe uns wieder überrollt und uns ein zweites Mal befreit!“
Gustav war schon mal im Krieg. In welchem, das wusste er nicht mehr, denn die haben ihn an der Birne erwischt, sah nicht gut aus, aber er hats geschafft. Mit nur einem halbeingeschalteten Gehirn. Das reichte jedenfalls, um Fernsehen zu gucken und in die Kneipe zu gehen.
„Die ist doch nicht ganz knusper, die Alte!“, rief der Wirt. Der hatte mit einem anderen Gast, der von der Tür aus nicht zu sehen war, gesprochen.
Das war nun genug Aggressivität für diesen Tag und Gustav ging, ohne zu zahlen. Er hatte ja auch noch kein Bier bekommen.
Aber für einen Krieg war es irgendwie nicht die richtige Zeit und eine Besetzung des Jobcenters war ihm nicht geheuer. Da käme mit Sicherheit kein Genscher, um alle zu befreien. Damals war sowieso alles anders. Ganze Eisenbahnzüge voller Menschen wollten dorthin, wo die Sonne immer die Lust an ihrem Job verlor und kündigte. Täglich.
Und alles für eine Stange Marlboro. So machte Gustav sich seine Gedanken, während er dem Musikmann einen Cent in den Hut warf und „Hau ab!“ rief.

So. Die Tage werden länger (Wielang denn noch?!), der Winter hat die Hosen runter gelassen und schon wird die Luft – ähm – heiß. Meistens jedenfalls. Alle haben „Igittt“ gerufen und schnell hat er sich auf seinen Schlitten geschwungen und ist hinfort gefahren nach Australien auf Nimmerwiedersehen. Solange zumindest, bis hier die Weihnachtskalender im Laden nach Vanillin stinken. Dann nämlich kommt das alte Schleckermaul wieder angekrochen. Siehste!
Würden wir nämlich auf die Weihnachtskalender inkl. künstlicher Liebe und Kunstschokolade verzichten, dann bliebe das Väterchen Frost von heute einfach fort. In Australien vermutlich. Dort ist der Job nicht so hart, kaum jemand erwartet, dass der Wintermacher im Outback die Minuskeule rausholt. Und zu Weihnachten ist Väterchen Frost längst über alle Berge, dann nämlich wenn der doofe Onkel Weihnachtsmann aus Amerika kommt.
Hierher nach Australien traut er sich nur hinter vorgehaltener Hand, denn hier tragen die Weihnachtsmänner ihre Säcke vor dem Bauch und noch echte Eier in der kurzen Hose.
Knecht Ruprecht kommt ohnehin nur in Länder, die kulturell dringend etwas Richtungskorrektur benötigen.
Und das sind viele.
Bestätigung findet sich täglich, wenn man sieht, womit der gemeine Deutsche sich die Zeit vertreibt. Hündischer Mut zur Nachahmung, das erzeugt Bewunderung in einem Raum voller Schmeichler. 
Nun, ich hingegen bevorzuge eine bunte Kommerzkultur mit dem Mut zum Fehler.
Und dieser Gedanke lässt den heutigen Tag leuchten: In orangefarbenem Frohsinn.

Mir ist so, als hätte meine Weihnachtsgeschichte einen logischen Fehler. Aber egal. Was im „Tatort“ geht, geht hier auch.

Es war eine karusselähnliche Schuppen abwerfende Substanz ohne Haare. Blätter aus Gesichtern, die sich drehten wie Sterne im Trickfilm. Oder wie in einer noch zu züchtenden Genblume. Diese Genblume wird gelb sein und bunte Formen spielen; sie kann sprechen, denken und duften.
Kein Traum ist mehr Traum, alles ist produzierbar. Newton hatte vielleicht Unrecht aber Heisenberg schon nicht mehr so genau. So genau weiß das heute niemand mehr. Schon allein deshalb, weil es heute als diskriminierend gilt, wenn man eine konkrete Meinung hat.
Wer A sagt, ist Rassist, Autist, Ignorant!
Heute sagt man A und (vielleicht auch) B (unter bestimmten Voraussetzungen), aber immerhin gäbe es auch eine Tendenz zu D, wir wollen da jetzt nicht zu sehr trennen, denn immerhin sind alle irgendwie wertvoll und vollwertig.
Der Halbleiter soll demnächst aus den Physikbüchern gestrichen werden. Allein die Herkunft des Wortes ist schon gefährlich, galt doch zur Zeit seiner Entdeckung der Neger noch als Mohr und Sauermilch war ein Naturprodukt. Wie ekelhaft!

Ein neuer Tag wird da sein, wenn Ihr nach ihm ru-huft.
Die Spannmuffe dicht an der Manschette ohne Lu-huft.

Und er sprach:
Ungerechtigkeiten
Gabs zu allen Zeiten.

Daß ein Stalinist jemand ist, der Stalins „Ideen“ verehrt und ihnen nacheifert, ist irgendwie klar.
Was aber ist ein Absolutist?
Und wenn ich bedenke, daß russische Präsidenten durchaus als Wodka im Regal stehen, dann frage ich mich, wann ein russischer Präsident endlich „Absolut“ heißt! Ah, der Schnaps selbst ist immerhin ein Schwede. So ist die Elite zu Schnaps gemacht und käuflich. Wie eh und je.
Haha!

Nun, da wir schon im Oberstübchen der Macht sind, so will ich kurz erwähnen, daß jedermann Macht kaufen könnte, da die Macht ein käufliches Gut ist. Nun ist Macht allerdings recht teuer.
Wer aber eine Fabrik leitet, dem fehlt es meist nicht am Geld, mit dem die Dinge regelbar werden.
Viele dieser „Unternehmer“ sind lustigerweise so begabt, um auch im Privaten die Dinge mit Geld zu regeln. Das führt dann dazu, daß die Freunde in Wahrheit Feinde im Samtrock und die Frauen lediglich Nutten sind.

Den Fehlbetrag an Wahrhaftigkeit vermögen aber auch die größten Goldschätze nicht tauschbar zu machen. Und doch kaufen diese Geldmänner ein Surrogat. Dieses Surrogat wiederum wird von anderen findigen „Unternehmern“ zum Verkauf geboten, oft zählt man diese Surrogathändler direkt zu den Freunden. So werden die Armen dann zu Blendern.

Da schließt sich dann auch der Kreis. Denn das ist das einzige, das sich mit Geld nicht kaufen läßt: Wahrhaftigkeit.
Und Hummer ist so lecker wie Brackwasser.

 

Am Ende des Lichts waren noch eine Menge Tunnel übrig.

Der Deutsche, der seinen Rasen 14tägig mäht und den Nachbarn beim Gemeindepfarrer anzeigt, wenn die Tochter Bein zeigt, dieser Deutsche regt sich auf, wenn er beim Verstoß gegen die Geschwindigkeitsvorschriften erwischt wird. Er nennt es „Wegelagerei“. Und verlangt von den Behörden nachzuweisen, daß eine Geschwindigkeitsbegrenzung Sinn macht.
Ich meine, ist es relevant, ob etwas Sinn macht?
Wäre das tatsächlich relevant, was wäre dann mit Maggifix für Rahmchampignons? Macht das Sinn? Oder was wäre mit Kontoführungsgebühren, also mit Gebühren, die die Bank von mir verlangt, wenn ich ihr mein Geld leihe? Macht so was Sinn?
Wer kämpft gegen diesen Unsinn?
Oder gegen Handys für junge rauchende Mütter, deren größte Sorge es ist, seit es Smartphones gibt, wie sie es am besten anstellen, gleichzeitig zu rauchen, den Kinderwagen zu schieben und währenddessen gehend ihren Freundinnen  eine SMS zu schreiben. Man hat ja nur zwei Hände!
Ich bin für: Kinderwagen stehen lassen! Mit Kind. Wird eh nix draus. Bei der Mutter?!

Tja. Heute stellen sich Fragen. Zum Beispiel, warum die Rechtschreibprüfung das Wort „Maggifix“ nicht reklamiert, dafür aber „IT-Dienstleister“.
Mmh.

Jedenfalls, ähm, der Graf von  Monte Christo mag ein seltsamer Mann gewesen sein, doch pünktlich war er immer.

 

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