MEIER 2

Das gleiche Bild, wie anfangs.

MÜLLER:
Wie lang warten Sie schon?

MEIER:
Lange.

MÜLLER:
Das erste Mal hier?

MEIER:
Nein.

MÜLLER:
Ich bin das erste Mal hier. Aus dem Nichts heraus haben sie mich abgeschossen. Naja, im Alter muß man damit rechnen.

MEIER:
Wenn man zu teuer ist!

MÜLLER:
Und keiner von den jungen Leuten versteht, was du da eigentlich tust.
Mit Nachdruck Und das nur, weil unsereins das Handwerk gelernt hat. Was haben Sie gemacht?

MEIER:
Musiker.

MÜLLER:
Ich bin Buchhalter.

MEIER:
Das ist kein Handwerk.

MÜLLER:
Aber es gibt Regeln, wie beim, äh, Regal bauen. Oder, ähm… er macht eine Bewegung, als streiche er über eine gerade Tischplatte. Wenn du willst, daß der Tisch fest steht und die Platte gerade ist, dann mußt du dich an Regeln halten, oder?

MEIER:
Ein Tisch ist ganz simpel gebaut. Dazu muß man nur etwas im Kopf haben. Nur ein bißchen. Dazu braucht es kein Handwerk.

MÜLLER:
Aber es geht besser!

MEIER:
Alles geht besser, wenn man sein Hirn benutzt.

MÜLLER:
Genau das meine ich!

Beide schauen etwas betreten nach vorn in die Luft

MEIER:
Man kann sich gar nicht mehr über schönes Wetter freuen. Denn mit klarem Himmel kommen auch die Bomber.

Müller sieht Meier an, als wüßte er nicht genau, wohin der Themenwechsel gehen soll.

MÜLLER:
Ich war lange Zeit in einem großen deutschen Unternehmen. Marktführer! Militärisch organisiert. Grandios eigentlich!

MEIER:
Soldat.

MÜLLER:
Buchhalter!

MEIER:
Im Range eines Soldaten.

MÜLLER:
Manager immerhin.

MEIER:
lacht Pah! Manager! Gefreiter also! Mobbingsachverständiger, oder besser: Mobbingbeauftragter!

MÜLLER:
guckt schief

NEWS:
Gaststätten werden in aller Regel von Menschen geführt, deren Achtung vor dem Gast gering ist.

PROF:
Daß immer alles erklärbar sein muß! Nur deshalb zerteilen wir das Große Ganze in viele kleine Stücke. Gerade so klein, daß sie in unsere Köpfe passen.

MÜLLER:
Wie oft muß man denn hierher?

MEIER:
mehr zu sich So oft, bis sie dich ruhig gestellt haben.

MÜLLER:
Ich bin ruhig.

MEIER:
zu sich in Gedanken Zuerst bist du ruhig. Aber spätestens beim dritten Mal, nach 3 oder 4 Terminen, bist du es nicht mehr. Waren Sie bei der Fahne?

MÜLLER:
Fahne?

MEIER:
Wehrdienst!

MÜLLER:
Fahne! Was ist denn … Fahne?

MEIER:
Das heißt „Armee“. Waren Sie?

MÜLLER:
Nein. Zivildienst.

MEIER:
Und waren Sie im Knast?

MÜLLER:
Bitte?!

MEIER:
blickt starr Man wird weichgeklopft, bis man gehorcht und keine Fragen mehr stellt. Und dann wird man gefickt.

MÜLLER:
So als hätte er nicht zugehört Wie oft?

NEWS:
Die Programmierung des Unglücks. Wenn immer und immer wieder das Gegenteil des Gewünschten geschieht, ist bewiesen, daß ein unterbewußtes, ein geheimes Programm abläuft, das der Bestimmung folgt, das Gegenteil des Gewünschten zu bewirken. Derlei Dinge erledigen sich von selbst und zufällig, so scheint es. In Wahrheit aber realisiert sich eine Verhaltensmusterung, die dem grobstofflichen Erleben verborgen bleibt.

PROF:
Gaststätten werden in aller Regel von Menschen geführt, deren Achtung vor dem Gast gering ist.

Meiers Handy klingelt. Er geht ran.

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