Der Wasser-Fall

Die Jahrhundertflut kommt pünktlich zur Schicksalswahl. Wenn Helmut Kohl das damals gewusst hätte! Betroffenes Politikergesicht am Rand des versunkenen Deichs – ein Werbegeschenk Gottes. Ein Gratis-Geschenk geradezu!
Kohl hätte dafür gesorgt, dass das beliebte Oder-Hochwasser ein Jahr später startet. Vermutlich wäre er heute immer noch Kanzler.
Obwohl… alle vier Jahre ein Jahrhunderthochwasser… irgendwann hätte das mal jemand gemerkt. Glaub ich.

Jedenfalls, ähm, mitten in bester Medienlage hat auch Markus Lanz verkackt (ich schreibe dieses Wort nur, um den neuen ZDF-Jargon kurz aufzunehmen).
Geistesgegenwärtig hatte er sich vor der Flut hämischer Journalisten nach Mallorca gerettet.
Nun ja, es hätte ihm jemand sagen sollen, dass man die Show trotzdem in Deutschland sehen kann!
Seine Moderation war offenbar voll von Ballermännern, zumindest sagen das alle, die tatsächlich noch mal eingeschaltet haben beim Festival der Peinlichkeiten.
Wenigstens tief im Innersten war er bei den Hochwasseropfern, ging – das macht er ja gerne – einen Schritt zu weit und – unter.
Das hätte er allerdings günstiger haben können. In Magdeburg.

Mich freut, dass sich Bertelsmann auch heute noch dafür bedankt, dass Angela Merkel zum Geburtstag feiern nach Gütersloh gekommen war und damit den xten runden Geburtstag des erfolgreichen Künstlerausbeuters in einen Staatsakt verwandelte. Ein Akt, der mir endlich klar gemacht hat, dass Onkel RTL und alle seine Freunde vollkommen unabhängig sind. Deshalb berichten die News-Knechte auch so kritisch: „Komplett in Ordnung, die Frau!“. Namenlose Soldatinnen an der Sackfront berichten uns vom Einsatz an der Bundeskanzlerin. Das ist wenigstens mal authentisch! Und so echt auch!

Meckern ist so leicht.
Wer will diesen Job denn schon machen?! Säckeschleppender Komparse für Medien-Events mit gewässerter Bundesregierung.
Und die Merkel erst!
Die unglaubliche Regierung in einer verrückten Zeit.
Das ist das wirklich interessante: Der Zustand von „Wetten, dass…“ illustriert wunderbar den Zustand der Bundespolitik.
Mittendrin dralle Ministerien, Institute und Stiftungen, die schon aus allen Nähten platzen, wenn sie nur sich selbst verwalten.

Ich erinnere mich noch lebhaft an 1990 in der DDR, als es überall hieß: „Den bürokratischen Wasserkopf verschlanken, sofort!“.
„Jawoll“, haben alle dahergelaufenen Aufbauhelfer gerufen und sofort dickbauchige Bürocontainer angebaut. Sich selbst fortpflanzende Bürocontainer! Das gab es damals schon!
Genau wie den Regen auf Bestellung.
Den gibt’s schon so lange, wie Stalin tot ist. Ungefähr.
Und wer die Geschichte der Politik kennt, der weiss auch, dass es Skrupel an der Spitze der Fahnenstange nicht gibt. Dass nämlich alles, was zur Erreichung eines politischen Zieles möglich ist, auch gemacht wird. Alles.

Anschauen!: „Die Wolkenschieber“.

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