Mirabellengeist

Das Schöne am Neuanfang ist, daß man ihn gar nicht spürt. Zuerst zumindest. Aber was geht einem durch den Kopf, wenn man sein Denken ändert, ohne es zu spüren?
Dilededò. Das träumte mir heute morgen und sollte was französisches sein, irgendwie. Dabei war der gestrige Wein ein Chilene und der Schnaps ein…, äh, wo kommen Mirabellen her?

Ich blätterte also in einer Zeitschrift, die sehr schick daherkam und im esoterischen Bade fischt. All dieser „erkenne-dich-selbst“- und „du-mußt-zuerst-dich-lieben“-Kram, mit dem wir alle Millionäre und reich zugleich werden können. Wenn wir nur wollten!
Während ein Artikel in dieser Zeitschrift darüber referierte, wie man mit geistiger Kraft zu höchster Entspannung finde, klebte auf derselben Seite eine Anzeige für Entspannungspillen. Das war fast lustig.
Ebenso wie der Einstieg in diese Zeitschrift: Zuerst ein paar grafisch hochwertig schillernde Weisheiten, wie man der bösen Konsumwelt entflieht und dann erstmal ein paar Seiten darüber, was man sich zuerst alles kaufen sollte, bevor man die Reise beginnt.

Ja, das sind Geschäftsideen, die funktionieren!
Die Geschichte vom Kleinen Prinzen ist auch so eine.
Schreib ein kleines Buch mit infantilen Ratschlägen für Normaldebile! Sowas!
Fast noch besser ist Der Alchimist!

Neuanfang ist wie schwanger werden.
Man spürt es erst, wenn man schon mittendrin ist.

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