Zu spät in die Zukunft

Letztens im Club der brotlosen Schriftsteller gab es eine dicke Diskussion. Nach dem üblichen Abendessen, bestehend aus Brot und Käse, wurde neben Wasser auch ein sehr dünner Wein gereicht. Irgendjemand meinte, daß das ja gar nicht ginge. Zuerst Brot und dann auch noch Wein. So ein brotloser Schriftsteller hat sich bitteschön an einer Schuhsohle zu laben und Wein dürfe es nur geben, wenn mal wieder eine Absage hereinschleuderte, die keine Standardabsage war. Denn wenn man eine solche Post mit so großen Erwartungen verknüpft, dann kann man den Moment des Lesens als eine rauschende Ballnacht höchster Geringschätzung feiern. Ein solch deprimierendes Erlebnis könne die Belohnung durch Trinken eines billigen Chemieweines möglicherweise rechtfertigen.

Das bedeutendste Merkmal eines erfolgreichen Schriftstellers allerdings sind seine depressiven Phasen, geschmückt mit Premium-Schreibblockaden. Je glänzender die Schreibblockade, desto bedeutender der Schriftsteller.
Denn das Große und Schwere am Schreiben ist ja nicht das Schreiben selbst, sondern die Zeit dazwischen.

So meinte denn jemand, er würde ab sofort daran üben, seine Blockaden zu analysieren und sie dann zu verbessern, um später  Seminare darin geben zu können. Dann könne er wenigstens daran Geld verdienen.

Immerhin.

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