Flaubert

Er war ein kluger Mann. Mich hat er begeistert mit einem Ausspruch, den man ihm zumindest ans Revers klebt: Er sei gegen die Einführung der Eisenbahn, weil sie noch mehr Menschen gestatte, zusammenzukommen und gemeinsam dumm zu sein.

So wächst die Liste mit den Namen der Männer, deren verklausulierte Gedanken ich schon bald lesen möchte.

An sich ist das nicht so schlimm, wäre da nicht das Regal voller Bücher, die ich gerne noch einmal lesen möchte. Und der Stapel der Bücher, die ich noch gar nicht gelesen habe. Und der Stapel der Bücher, die ich derzeit lese. Am meisten lese ich zur Zeit „Irre“. Fängt rasant und witzig an. Wird aber im Verlauf mehr und mehr zu einem populärwissenschaftlichen Psychiatrie-Lehrbuch. Wer also das aktuelle Wissen zur Behandlung von Depressionen oder Alkoholsucht – unterhaltsam geschrieben – aufnehmen möchte, dem sei das Buch ans Herz gedrückt.
Viel mehr macht mir mein heutiger Tagesablauf zu schaffen. Der entspricht ungefähr dem gestrigen. Er besteht aus irgendwie nichts. Außer Essen, Trinken und Zähneputzen vielleicht. Aber vor allem aus einem nicht: Langeweile.
Das wiederum freut mich maßlos. Der berühmte Philosoph (ich) hat nämlich gesagt: „Langeweile entsteht, wenn man selbst seinen eigenen Ansprüchen an Unterhaltung nicht genügt.“

Sowas kommt dabei heraus!

Ich würde jetzt gerne die neue Gottschalk-Sendung schauen. Aber es ist Sonntagnachmittag und da läuft kanalübergreifend die Fernsehen-gewordene Verachtung der Unterhaltungschefs für das zu unterhaltende Volk. Auch deshalb ist es besser, kein TV-Programm im Haus zu haben. Schließlich füllt man seine Vorratskammer ja auch nicht mit schimmligem Brot.

Interessanterweise wird von meinem Berufsverband, dem DJV, immer wieder gern die Qualitätsdebatte geführt. Auch jetzt, gerade nach dem Wulff-Radau. Als wenn es dieser überflüssigen Lügenschlacht bedurfte! Jede Fernseh-Redaktionskonferenz lieferte Gründe genug… Wer als Journalist journalistische Qualität will und gleichzeitig bei FAZ oder ZDF arbeitet, der erkennt die einfachsten Zusammenhänge offenbar nicht. Ich meine, man muß sich für eines entscheiden!

Mein Ausflug in den Journalismus jedenfalls war interessant. Am interessantesten war die Feststellung, daß alle Verschwörungstheoretiker dichter an der Wahrheit sind, als der Berufsverband.

Deswegen ist es viel fröhlicher, sich mit lustigen, manchmal melancholischen, aber klugen Köpfen zu befassen. Sartre. Flaubert. Tarnow. Nietzsche. Von Niebelschütz. Und Dr. Falk von Morgen.

Ahoi!

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