Nichts ist Toyota!

Einsfuffzig ist keine Hürde mehr!
Im Schloß von Aral und auch bei Shell wird getanzt. Fast 2 Jahre hat es gebraucht, bis der Deutsche sich an Spritpreise jenseits der Einsvierzig gewöhnen wollte. Von Einszehn bis Einsdreißig ging es ja in Riesenschritten. Schnell mal einen Krieg angezündet und schon sind alle Autofahrer an die Zapfsäulen gerannt, um Benzin zu holen für den Frieden!

Doch für die Einsfuffzig mußten ein paar Monate dran glauben. Herr Schell konnte seine Yacht nicht bezahlen und Frau Aral durfte solange nicht mehr zum Friseur.
Ganz schlimm war, als der Rohölpreis irgendwann im Januar mal auf um die 40 Dollar fiel und die Muschi aus der Hauptabteilung „Benzinpreisbindung“ dem Generalinspekteur weinend in den Schoß fiel… Nein, von einem so infamen Ablenkungsgetäusche der Ölmultis von Aral („Huch, das sind ja die von uns!“) wollte sich der Inspekteur nicht irritieren lassen und befahl: „Die Preise bleiben stabil!“

Das Lustspiel dauerte irgendwie ein paar Jahre. Immer, wenn an der Zapfsäule eine 5 auftauchte, traute sich kein Deutscher mehr an die Tanke. Erst, wenn der Markt wieder „Einsneununddreißig“ schrie, kamen sie in Schlangen gefahren und übten Verdrängung am Zapfhahn.

Das sah so lustig aus! Erst recht an den Kreidetafeln bei Esso, wo sonst immer nur der Strich gen Sonne ging.
Nun ging es nicht. Und kein Krieg, kein Truppenabzug, kein toter Terrorfürst… – Nichts konnte den Deutschen an die Tanke bewegen, wenn der Zeiger auf die 50 ging.

Und dann passierte es. Helmut Schmidt und Gerhard Schröder können Lieder davon singen. Beide sind so mehr oder weniger wettergestählt. Kuhles Wortspiel!

Da kam einfach der Onkel Winter hereinspaziert und plötzlich waren alle Brillen beschlagen und der Deutsche, der sonst so wachsam auf seinem Schäferhund sitzt, ließ sich ins Boxhorn pfeifen.
Den Kopf in Socken gehüllt stand er mit klammen Handschuhen an der Säule und zapfte sich den Tank voller Einsfuffziger, daß es nur so knallte – und Schuld waren die Kommunisten.
Sogar eine Zeitung malte den Soundtrack dazu in die Druckerschwärze und aß das Brot vom drohenden Krieg, sang also den Spritpreis.

Aber wenn der Spritpreis bei Kriegsangst steigt, müßte er dann bei Friedensvertrauen nicht sinken? Oder ist gar der Spritpreis der eigentliche Grund für Kriegsgründe? Müssen also Menschen aufeinander schießen, nur weil der Deutsche sonst nicht Einsfuffzig zahlen will?
In einer Welt, in der Bangladesen Schuhe mit Spucke zusammenkleben müssen, damit Herr Schröder in Nürnberg sein hart empfangenes Geld in den Deichmann wirft, da ist auch denkbar, daß der VEB Chemiekombinat ins Duschgel dasselbe Reinigungsmittel schmiert, wie in Domestos. So wie Knusperbrötchen mit Lösungsmittel bespritzt werden, damit sie nach Brötchen riechen.

Nichts ist Toyota und dein ist der Tag.
Danket dem Herrn!

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