Das fotografische Gehör

Zusatzstoffe im Essen. Das war heute ein Frühstücksthema.
Wenn ich bedenke, daß das Kilo Bacon im Handelshof nur rund 6 Euro netto kostet, wo doch 150 Gramm bei Sky sonst gerne schon an der 2 Euro-Grenze kratzen. Meist ist es der von Tulip, der ja eigentlich dänisch ist, aber vermutlich so dänisch ist, wie irische Butter irisch ist. Also deutsch-irisch… oder vielleicht doch eher deutsch.
Da ging mir durch den Kopf, daß auch die Dänen in einem kapitalistischen Land leben, Tulip kein Pioniernachmittag ist und es völlig logisch wäre, wenn die Dänen ihren Tulip-Bacon nicht in Kopenhagen, sondern in Minsk produzieren lassen. Was an sich nicht schlimm wäre, wenn ich das weißrussische Lebensmittelrecht kennen würde, und vor allem die weißrussischen Vorschriften für Schlachttierhaltung; und wenn ich dann die Wahl hätte, auf dänisch-deutsch-weißrussischen Bacon zugunsten echten Mecklenburger Specks zu verzichten…
Vielleicht habe ich das in der vergangenen Woche unterbewußt gedacht, als ich bei der Landfleischerei Stenzel gleich drei lange Latschen fetten Speck gekauft habe, um ihn in meiner Küche zu bunkern. So komme ich auf jeden Fall bis zum Februar. Denn da habe ich Geburtstag und bekomme vermutlich was zu Essen geschenkt.

Jedenfalls möchte ich gerne auf weißrussische Futtermittelrückstände in meinem Essen verzichten, da ich mir vorstelle, daß das Futter selbst aus Nordchina kommt und mit Erdbeersahnegeschmack aus einer taiwanesischen Tochterfirma von (ehemals) Haarmann & Reimer (ich habe vergessen, wie die heute heißen) frisiert worden ist. Denn Schweine fressen quasi alles, wenn es nur mit Erdbeersahnegeschmack desodoriert worden ist.
So wie Menschen auch Klärschlamm fressen, wenn er mit Erdbeersahnegeschmack desodoriert worden ist und auf dem Etikett eine leckere Erdbeere mit einer dicken Sahne rummacht. Auf US-amerikanischen Etiketten würde dann vorne auf dem Etikett wenigstens groß ein Hinweis stehen, daß das Produkt eigentlich nach Scheiße schmecken würde, wenn da nicht ein Milligramm Duft- und Geschmacks-Chemie dran wäre… hierzulande muß das nicht. Ist aber auch egal. Das Bildungssystem ist schon darauf abgestimmt; schließlich hat man hier das neue Abitur erfunden, für das man weder Lesen noch Schreiben beherrschen muß.
Seit dem 1. April dieses Jahres jedenfalls darf hierzulande teures Olivenöl verkauft werden, das in Wahrheit billiger desodorierter Ölabfall ist. Und es darf trotzdem vorne „extra vergine“ draufstehen.
Dagegen ist ein weicher Euro wirklich ein Kinderspielplatz! Den Euro kann man nämlich nicht auf Mozzarella Caprese träufeln.

Und auch beim Abwaschen fiel mir auf, daß ich meine neue Pfanne mit Keramikbeschichtung nach dem Spülen lieber noch mal spülen sollte. Sonst ist in meinem nächsten Rührei auch ein Löffel voll Fit. Das muß ja nicht sein. Wenn man bedenkt, daß Fit extrem fettlösend ist. Was wird es dann in meinem Magen so anrichten?
Ich meine, man mixt sich ja auch nicht haarlösenden Wasserrohrreiniger ins Shampoo!

Und fast nebenbei ist jetzt die Welt verrückt. Mein Gehör sagt mir, es ist Zeit, den Teufel in den Himmel zu wünschen, also werde ich jetzt eine Frau lieben (die zehnte Anruferin gewinnt!), einen Garten bepflanzen und allen Leuten, die mir in den vergangenen Monaten in die Suppe gespuckt haben, ein Beinchen stellen. So… wegen Auge um Auge und so. Wirklich! Ich finde, daß das alte Testament sich viel realistischer liest als die Tagesthemen.

Und jetzt etwas Brahms bitte!

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