Tschüß Frau Politik!

Ich werde nun für immer von dir gehen. Ja, das tut mir leid. Immerhin hatte ich gedacht, daß Demokratie auch Mitbestimmung bedeutet, ich hätte gerne mitbestimmt. Aber ich habe gelernt, daß ich nur die Nachrichtenshow bestimmen darf, die mich deformiert.
Ich hatte mich vor ungefähr 10 Jahren für dich entschieden, weil ich so glücklich war und meinen Kindern nicht nur intuitiv, sondern auch faktisch die Welt erklären wollte. Daraus ist vor allem eines geworden: ich kann die Welt erklären, ich kenne fast alle deine Namen und viele Gesichter, und ich weiß nun auch aus erster Hand, daß deine Erscheinung der pure Schein ist.

Ich habe gelernt, daß du falsch und verlogen bist. Du bist nur nett zu mir, wenn du was von mir willst, zum Beispiel meine Stimme. Wenn du mich gerade nicht brauchst, drehst du mir den Rücken zu und küßt die anderen, meistens Herrn Krupp oder Frau IG Farben.
Und weißt du, ich hatte eben so viel Anteil an der DDR, an der Maueröffnung, an der Volks-Verscherbelung durch deine Treuhand-Verbrecher, am Euro oder an der Steuererleichterung für Großkapitalisten; wieviel Anteil hatte ich an Hartz 4, Basel 2, Stuttgart 21?
Liebe Politik, ich weiß, was du jetzt entgegnen willst, doch ich weiß selbst: ich hatte auch keinen Anteil an Hitler, am Armenienkrieg und der Entdeckung Amerikas. Nein. Hatte ich nicht!

Das waren alles – die anderen!

Deine Nachrichtensprecher sprechen deine Nachrichten fehlerfrei in die Ohren der Welt.
Ein ganzes Heer von Soldaten kämpft deinen Kampf und jubelt dir zu. Du bist die Hure an allen Stammtischen der Geschichte, alle hatten sie dich bereits von hinten, für Führer, Volk und Vaterland. Mit Kaiser und Generalsekretär.
Du hast Napoleon den Arsch gekrault, Fugger war dein Vater und Medici dein Meister.
Du bist Schuld, daß die Puhdys keine Weltstars sind und alle Welt Schwarzenegger für einen Schauspieler hält; daß Grenzverletzer zu Freiheitskämpfern werden und Ketchup eine amerikanische Erfindung ist. Deine Schuld ist es, daß heute aus Soja keine Kotflügel, sondern „Lebensmittel“ gemacht werden und daß man Frauen wie Männer behandeln soll, obwohl sie auf andere Scheißhäuser gehen.

Du bist vor allem eine Nebelbombe!

Ich werde dich jetzt verlassen.

Ich höre lieber Beethoven.
Tschüß Frau Politik.

PS: Warum klingt eine Wagner-Oper immer so, als könne das Orchester nicht spielen?

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