Der Welt ist teurer als die Uhr hier

Da hätten sich ein paar Banker verzockt, heißt es. Es heißt sogar, da wären dreiste Verbrecher am Werke; „Finanzterroristen“ oder „Finanzextremisten“ werden sie beschimpft.
Das ist lustig. Weil es das schon mal gab und niemand wollte sich daran erinnern und niemand durfte auf die Wucherer mehr mit dem Finger zeigen, spätestens seit deutsche Pharmaunternehmen für ein mehr oder weniger organisiertes Ableben eben jener Zinsaktivisten gesorgt hatten, um nach dem notwendigen Systemwechsel genau das Gegenteil zu behaupten und ab sofort dann im Auftrage des damaligen Opfervolkes für Contergan und ähnliche lebensverändernde Maßnahmen zu sorgen.
Das klingt jetzt ganz schlimm, ich weiß. Das liegt aber nur daran, daß derlei an der Realität orientierte Denkschemata im Land der Denkfreiheit völlig verboten sind.
Warum wohl?

Aristoteles hat geschrieben, daß das Leben zum Zwecke des Gelderwerbes kein lebenswertes Leben sei. Und er hat den Wucherern seiner Zeit den Tod gewünscht und im Wucher bereits seinerzeit das Unheil jeder Ökonomie gesehen: nämlich dann, wenn das Geld ein Eigenleben führt und nicht mehr einen Gegenwert für etwas Tatsächliches darstellt.

Diese Kapitalismuskritik ist also nicht das Werk von Sozialisten, Kommunisten oder Nationalsozialisten, schon gar nicht von Wutbürgern. Es ist die Kritik jedes ehrlichen und dem Gemeinwohl verpflichteten Ökonomen (meinetwegen auch eines Wirtschaftsphilosophen).

Die Ökonomen, die für das derzeitige gesellschaftliche Krebsgeschwür die Hosen anhaben, werden wir wohl kaum „dem Gemeinwohl verantwortlich“ bezeichnen können. Die Frage ist, wie es gelingen konnte, daß diese Strolche in so wichtige Regionen der Wirtschaft vordringen konnten. Und an dieser Stelle beantwortet sich die Frage ganz simpel: sie waren schon immer dort!
Die freiheitliche Demokratie war von Beginn an eine Farce – zumindest für das Volk.

Ich will jetzt nicht wieder von Lenin und dem deutschen Kaiser anfangen… auch nicht von Napoleon und Rothschild. Oder von der Amsterdamer Börse und dem englisch-französischen Krieg… Diese Fabeln gehören in das Reich der Tatsachen und werden von der aktuellen Geschichtswissenschaft trotzdem im Giftschrank verschlossen. Solange die zugelassenen Journalisten sich wagemutig an der Realität vorbei hangeln können ohne direkt linientreu zu erscheinen, bleiben die Giftschränke auch unbehelligt.

Es hat sich niemand verzockt und der Kapitalismus ist noch lange nicht am Ende.
Die aktuelle Lage ist vielmehr der naturgemäße Zustand einer Gesellschaft, deren Geldgeschäfte „nicht-äquivalent“ stattfinden.

Vor allem ist ja nichts passiert! Es geht doch nur um Geld, das niemals existiert hat, außer in den Büchern der Buchmacher und auf den Schuldscheinen der Fälscher und Münzer. Das ist ja der Trick! Man erfindet Geld und holt es sich dann von irgendeiner armen Sau, die nicht aufgepaßt hat.
Und zur Zeit ist es das Volk, das RTL-schauend staunt, daß in Kartoffelchips nur Krebs und Kalorien drin sind. Salat wird für gesund gehalten und die Finanzkrise für eine Gefahr, die nicht ganz so schlimm ist wie Fidel Castro. Genau so!
Klappt doch alles – so wie geplant: die Karten werden neu gemischt und am Ende sind die Reichen oben und die Armen unten.

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2 Kommentare
  1. hannes sagte:

    Kleines Feedback. Ich lese schon eine ganze Weile (über 1Jahr) sehr gerne Ihre Beiträge. Schweigend, denn oft habe ich nichts hinzuzufügen, finde die Artikel sehr auf den Punkt und helfen mir oft nochmal eine andere ergänzende Perspektive zu bekommen. Bitte weiter schreiben 🙂 Gruß Hannes

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