Die Zukunftsschraube stinkt nicht

Eigentlich mag ich Ölsardinen. Aber heute schmeckte alles etwas anders. Die Sardine, das Ei, der Tee. Sogar die Sinfonie „Aus der neuen Welt“ klang hölzerner als sonst. Begonnen hatte es mit dem Vanillepudding. Gestern kochte ich erstmalig einen selbstgerührten Vanillepudding. Aber er schmeckte nicht so vanillig wie erwartet, was vermutlich an der schon fast volljährigen Vanilleschote lag. Und süß genug war er auch nicht. Also werde ich heute Schokopudding kochen. Der Kakao ist noch frisch (so frisch, wie Kakao sein kann, den man in einem deutschen Supermarkt kauft).

Ja, ich habe Lotto gespielt. Aber auch nur, weil ich es leid bin, meinen Prinzipien die Treue zu halten. In diesen Tagen endlich ist mir aufgegangen, daß die überwiegende Mehrheit der menschlichen Lebensleistung darin besteht, das zu sagen, was dem temporären Gegenüber in den Kram paßt. Und genau daran geht die überwiegende Mehrheit der Menschen zugrunde; und die Kultur. Sowieso!
Mal abgesehen davon, daß jede überwiegende Mehrheit auch eine überwiegende Minderheit bedingt und ich mir nicht sicher bin, ob eine Leistung überhaupt eine Mehrheit haben kann. Egal ob unter- oder überwiegend.

Die Frage ist, ob es überhaupt wirklich jemanden gibt, der nur dafür da ist, geldstinkende Investoren mit Superkreativen zusammenzubringen, oder ob all das auch nur Zeitungsgeschichten sind, die sich ein paar kreative PR-Leute ausdenken, um eine Handvoll geldstinkende BWLer mit guten Pensionen zu versorgen.

Nein, heute ist kein Tag zum Freudentaumeln. Kann ja nicht immer so gehen.
Das liegt aber auch nur daran, weil die Sonne sich mit einem fröhlichen Gesicht zeigt, während ein Verrückter neben den Papst schießt.
Wenn die überwiegende Mehrheit der Menschen rechnen könnte, oder besser: wenigstens 1 und 1 zusammenzählen könnte, dann müßte man eigentlich damit rechnen, daß nicht nur einer auf den Papst schießt, sondern ALLE, die eine Waffe im Schrank haben.
Interessant ist ja in der Tat, wie viele Menschen gerade nichts Besseres zu tun haben, als sich zum Blödgaffen herauszuquälen; um einem weibisch gekleideten alten Mann dabei zuzuschauen, wie er in einem Nazi-Auto kutschiert wird.

Ich werde meinen einzigen arbeitsfreien Tag nun dafür nutzen, um etwas an der Zukunftsschraube zu drehen.
Also los.
Tschüß!

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