Deutschland sucht: die FDP

Die FDP ist dabei, sich selbst vom Globus zu fegen. Eine kontrollierte Implosion könnte man vermuten. Doch das sieht nur so aus. Weil die alle so ordentlich sind, will man nicht an Chaos glauben. Doch das ist falsch.

Der Außenminister durfte plötzlich nicht mehr rein, – die innere Leere, die Keine-Idee-aber-teurer-Anzug-Generation hat sich selbst ins Nichts geputscht, als Guido gerade in Arabien steckte. Dabei war allen nüchternen Beobachtern schon seit Jahren klar: wo ein Westerwelle die Spitzengruppe spielt, kann im Feld nicht viel los sein. Mein Kloblatt „Eulenspiegel“ sah bereits Mitte der Neunziger in Herrn Westerwelle eine Kreuzung aus einem Aal und einem Girokonto…
Heute muß man konstatieren, daß der wenigstens einen Auftritt hatte, wenigstens eine Idee einer Idee. Wenn der was sagt, dann meint der das in dem Moment auch so – egal ob das gut ist, was der sagt. Herr Rösler und Herr Dings, wie heißen sie noch (?), haben vielleicht noch eine Idee von ihrer zu erwartenden Pension. Eine Knallgasgeneration, die es mit heißer Luft noch wenigstens ins Regierungsviertel geschafft hat. Doch heute sind sie nur noch Schatten der Schatten ihrer Vorgänger. Und die waren auch nur Mehrheitsbeschaffer, also: einfach nur da und immer für irgendwas gut.

Lange hat das gereicht. Das ist vorbei. Jetzt nach der Berlinwahl ist es beschlossen. Auch von mir.
Noch haben viele Medien das nicht bemerkt. Wer sich schon gefragt hat, warum der „Sonstige“-Balken der Wahlergebnisse so unverschämt dick ist, dem sei gesagt: da drinnen haben die Chefredakteure die NPD versteckt – mit immerhin 2,1 Prozent etwas mehr als die FDP!
Die FDP ist gefangen zwischen Political-Correctness und einer längst überholten Produkt-Research-Strategie. Man kann nunmal mit 90er-Jahre-Technologie nicht gegen eine Realpolitik 2011 anstinken. Selbst der Euro-Populismus wirkte aus Röslers Munde nur lächerlich. Obwohl er meines Erachtens völlig korrekt ist. Eine griechische Vetternwirtschaft hat eben nichts in einer deutschen Vetternwirtschaft verloren.

Solange immer noch Charakterköpfe mit markigen Sprüchen im Politzirkus toben, haben nette Jungs, die „Beck’s“ für ein Bier halten, keine reale Chance. Mit Abiball-Lächeln und Muttis Lieblingsfrisur gewinnt man auch in der Playstation-Ära keinen Skat.
Es ist einfach eine Implosion.
Kein Chaos könnte man glauben. Doch es ist der Schein der Schlampe.
Es sind die Mädchen, die wohlgeschminkt, gekleidet und duftend durch die Disko tänzeln – und die sich nach dem Kacken die Hände nicht waschen.
Jeder Klempner weiß, daß die Wohnungen der alleinstehenden Frauen die schlimmsten sind; jede Klofrau weiß, daß die Frauenklo’s nach der Disko die übelsten ihrer Art sind.
So ist es auch mit der FDP.
Es sind die Mädchen und die alleinstehenden Frauen der deutschen Politik.
Schick und gekämmt treten sie auf, in ihren Küchen und Klo’s aber türmt sich der Dreck.

Die FDP hat jetzt die Wahl, endlich den Weg freizumachen, oder im Dreck zu ersticken.

Update September 2013: Sie haben sich für letzteres entschieden.

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