Die Welt im Wechsel – eine Frage

Daß man älter wird, erkennt man daran, daß die Kellner wechseln. Im Stammlokal.
Plötzlich ist eine Generation hinweg.
Man erkennt es auch daran, daß die meisten der Menschen, wegen derer man das Lokal oft gemieden hat, längst nicht mehr da sind. Das sind vor allem die Wilden und Mutigen. Solche, die sich für Radiomoderatoren begeistern, deren Wortmeldungen aus dem Ablesen der Waschzettel bestehen, die einem die Plattenfirmen zu jeder neuen Platte zuschickten. Der Vorteil: man muß sich nicht dolle vorbereiten und alle Klugscheißer da draußen glauben, der Moderator hätte sowas von Ahnung, das glaubst du nicht! Das ist Radio!
Was hab ich gelacht!
Dummheit hängt eben nicht vom Bildungsgrad ab.

Und im Casagrande ist offenbar eine komplett neue Mannschaft. Selbst die Vorspeisen vom Buffet sind anders als sonst.
Darf man heute noch Mannschaft sagen? Oder gibt es dafür längst eine Gender-Mainstreaming-Neuwortschöpfung?
Muß der Radiomann heute auch sagen: Liebe Hörerinnen und Hörer?
Warum eigentlich die Frauen zuerst?
Ich habe ja auch was gegen Benachteiligung, aber wieso begegnet man der dann mit Bevorzugung? Das ist doch genau so falsch.

Heute ist so ein Tag, da gibt es mehr Fragen als Antworten.
Das mag daran liegen, daß mein Arbeitszimmer nach Qualm von gestern riecht oder daran, daß der Tee heute besser schmeckte als sonst.
Vielleicht liegt es aber auch daran, daß sich eine Verspannung gelöst hat, die mich einige Monate begleitet hat. Die Frage nach dem Wert! Nach dem Wert! Jawoll!

Sie ist noch nicht beantwortet, aber sie streßt mich auch nicht mehr.
Fakt ist, ich habe erkannt, daß der Wert an sich einen Trugschluß darstellt. Ein Wert ist zunächst einmal eine subjektive Größe, die sich grundlegend durch Bildung und Sozialisierung des Betrachters ergibt. Dann erst kommt das Sachliche und ausgerechnet an dieser Stelle werden die meisten Falschbewertungen vorgenommen. Hier zeigt sich, wer ein Besserwisser, wer ein Opportunist und wer ein Kollaborateur ist. Und hier zeigt sich, wer sein Hirn zur Erkenntnis nutzt.

Ja.
Heute ist ein schwerer Tag.
Das wird sich morgen ändern, könnte man meinen. Doch das stimmt nicht. Denn morgen gibts das Heute nicht mehr. Wie soll es sich denn morgen ändern können, wenn es längst Vergangenheit ist? Kann sich die Vergangenheit tatsächlich durch den Betrachter verändern?

Gestern war also seit etlichen Jahren das erste Mal, daß ich im Casagrande eine vollständige Bestellung aufgeben mußte. Ich kannte dort niemanden außer mein Gegenüber.
Das ist der Beginn einer neuen Ära. Ab jetzt geht es noch schneller bergauf!
Na dann.

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