Der Sonntag im Konkreten

Es ist ein grandioses Wochenende. Filetsteak und gebackenen Schafskäse vom Holzkohlegrill, Cabernet-Sauvignon von Andeluna (9 Euro im Weinhaus Krömer).
Und dazu eine fröhliche Nachrichtenlage. Am besten gefällt mir Herr Brüderle, der sich selbst offenbar für nicht zurechnungs- und urteilsfähig hält und deshalb eine Untersuchung abwartet, die ihm bescheinigen wird, daß die Gauner von Shell und Aral ihre Preise nach dem Ferienkalender gestalten – anstatt nach irgendwelchen Herstellungskosten.
Unterstützung bekommt der Liberaldemokrat vom führenden Wissenschaftsblatt Welt am Sonntag. Deren Schreibmaschinen meinen, „dass es im untersuchten Zeitraum keine Hinweise auf Preisabsprachen zwischen den Mineralölkonzernen gegeben hat“.
Das war jetzt die Stelle zum Lachen!

Und zwar gleich ZWEI Mal.
Denn während Herr Brüderle noch auf die Ergebnisse wartet, kann die „Welt am Sonntag“ schon daraus zitieren.
(Unser Propagandaministerium macht aber auch einen Schnitzler nach dem anderen…)

Wenn also der Sprit an allen Tankstellen der großen Ketten für den gleichen Preis zu haben ist, und nur bei den sogenannten „freien“ Tankstellen jeweils 1 Cent darunter liegt, dann… ähm, haben die Mineralölkonzerne nicht darüber gesprochen.
Brauchen sie ja auch nicht.
Wozu gibt es Internet?!
Und überhaupt. Mineralölkonzerne können sprechen?
Wer hat sich das nur ausgedacht?!

Die Spritpreise orientieren sich sowieso mehr an der Tageshöchsttemperatur und dem Fahrbahnquerschnitt als an irgendwas anderem.
Wer in diesem Kapitalismus noch glaubt, Preise würden so errechnet, wie die armen BWL-Studenten es heute immer noch lernen, der hat den Flieger verpaßt.
Oder glaubt hier irgendwer, daß ein Paar Badelatschen von Adidas 26 Euro wert ist?
EINE PALETTE VIELLEICHT!

Aber sehr schön gefällt mir auch Frau Merkel (die Kanzlerin).
Sie kümmert sich persönlich um das Wohlergehen von chinesischen Künstlern, während in dem Land, für das sie einen Wählerauftrag hat, Theater geschlossen und massenweise Künstler nach Mecklenburg-Vorpommern verschleppt werden.
Insbesondere um die kritischen Journalisten kümmert sich die deutsche Regierung wirklich rührend.
Es gibt keine Berufsverbote und keine polizeilichen Einschüchterungsversuche und keine rechtswidrigen Klagen und Urteile.
Nein!
Sowas gibt es nur in China!
Es gibt auch keine Verhinderung von brisanten Themen in deutschen Redaktionsstuben.
Und es gibt auch keine direkte Einflußnahme von Staatspolitik auf die Massenmedien.

Nur in China ist es ganz schlimm! Alles!
Und wer will schon nach China fahren und sich von der Realität überraschen lassen?

Ich frage mich nur ernsthaft: warum sucht die Welt ein Altersheim für Gaddafi, statt ihn – wie üblich – „gezielt auszuschalten“?
Hat der Kollege Diktator noch eine scharfe Granate in der Hose?
Oder ist das so eine Art Spiel unter Regierungschefs?
Man haut sich so dermaßen die Taschen voll und am Ende trifft man sich zum Brunch in den afghanischen Bergen und schaut sich gemeinsam an, welcher Humbug am besten vom Weltfernsehen verbreitet wurde. Und lacht sich schlapp.

Ich lache jetzt schon. Am liebsten über die jungen Mädels, die bei RTL und so immer so ernst gucken, wenn sie total bescheuerte Nachrichten von Fukushima oder Lima oder Jemen vorlesen müssen. Das ist wirklich witzig.

So. Ich geh mal grinsen.

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