Die Profis der Weltoffenheit

das hab ich gelesen: die ddr lebt.
spontan fiel mir dazu folgendes ein:

„hallo und guten tag,

sie waren noch nie in tadschikistan und auch nie in der ddr.
aber vermutlich auch noch nie in frankreich oder in spanien oder in italien oder in den usa?
denn dann wüßten sie, daß ihnen ähnliche vorfälle überall passieren und „kommunistischer service“ eher in der großen weiten welt gang und gäbe ist, statt in der zur grube gefahrenen ddr.
komisch ist: der ossi wußte nix von der welt, weil er nicht fahren durfte. warum zur hölle weiß der wessi nichts von der welt?

die idee mit den „reserviert“-schildern haben sich die ossis mit sicherheit in italien abgeguckt (niemand wird im ernst glauben, daß es umgekehrt gewesen sein könnte, denn immerhin ist die ddr inklusive ihrer insassen maximal lächerlich!).
und ungeschlagen in unfreundlichkeit und ignoranz sind die kellner nicht in neuruppin, sondern in paris. überhaupt: wenn sie in paris zur mittagszeit mehr als 50 cm platz erhalten, dann sollten sie sich fotografieren lassen und sind bestimmt schon minuten später der tagessieger auf youtube! und wer direkt neben sie platziert wird, auch darauf hat niemand anderes einfluß, als könig kellner. wenigstens ziehen die meisten leute dort ihre schuhe nicht aus… das aber ist nun wirklich keine ddr-erfindung. außerdem: bei der meinung, die sie von der ddr haben, müßten sie doch annehmen, daß niemand seine schuhe unbeaufsichtigt stehen ließ, weil sie sonst geklaut worden wären! wir hatten ja nur ein paar schuhe! ALLE!

isdochso!

und es gibt auch heute noch westdeutsche (inkl. journalisten), die die uhrzeit „dreiviertel“ für eine ddr-zeitangabe halten. das ist interessant, denn damit ist klar: diese deutschen waren auch noch nie südlich von stuttgart.
ja wirklich! und es gibt auch heute noch intellektuelle deutsche, die nicht wissen, daß das ddr-restaurant-schild „sie werden platziert“ kein ddr-phänomen war. versuchen sie mal, sich selbst zu platzieren: in england oder in den usa oder in frankreich oder… es ist erst 2 wochen her, als ich in paris in einem café in der rue des tournelles an einem tisch platz nahm. was hatte ich mir da erlaubt! (oder war dort früher die ddr-botschaft?) … ich durfte dann am tresen immerhin einen café und einen wein trinken.

für meinen geschmack ist es geradezu ekelhaft, daß für alles schlechte auf ddr-boden immer auch gleich die ddr herhalten muß.
schade auch, daß die vereinigung in den köpfen offenbar und in der hauptsache östlich der elbe stattgefunden hat.
20 jahre nach der maueröffnung sind solche beiträge, wie der hier reklamierte, wirklich nicht mehr lustig. stattdessen zeugen sie von der in allen klischees besungenen westdeutschen arroganz.“

hab ich überreagiert?
ich glaube: nein.

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