Politiker sind doch dafür bekannt, dass sie „Umweltschutz“ sagen und dann aber „Auslandseinsätze der Bundeswehr“ anordnen, oder dass sie „Energie sparen“ sagen und dann „Elektroautos“ machen. Sie sagen „keine Impflicht“ und machen „Impfdruck“. Sie erklären sich „gegen Diskriminierung“ und schließen ihre Fenster, wenn ein Gesunder die Straße entlanggeht. Sportler beleuchten ihre Stadien in Regenbogenfarben, lassen aber Symptomlose nicht mehr ohne Gesundheitsnachweis in Bezug auf eine kleine für weniger als 0,25 Prozent der Bevölkerung überhaupt nur relevante Krankheit rein. Medienmacher schreiben von Gleichberechtigung und fördern die „:innen“-Schreib- und Sprechweise, aber akzeptieren locker, dass die weiblichen Kollegen 20% weniger Kohle nach Hause tragen. Leute, die fröhlich „Neger“ sagen, kriegen auf die Fresse und wenn „Weißen“ von einer Bewerbung um eine Stelle an einer deutschen Universität im nahezu lehrbuchhaften Rassismusduktus abgeraten wird, heißt es: „Ja naja, das stimmt schon, aber…“…

Ist irgendwie alles nicht so schlimm. ‚
Solange das Handy funktioniert und der Kühlschrank voll ist mit Plastefutter.

Also – an der allgemein akzeptierten öffentlichen Dummheit verzweifle ich nicht mehr. Stattdessen grüble ich seit Beginn der neuen Normalität über eine Benennung nach. Diese Zeit muss ja irgendwie heißen – und Corona kann es nicht sein. Weil auch das wieder falsch im o.g. Sinne ist. Denn es ist nicht Corona, das uns das Leben schwer macht; es ist wieder der Pulk (im Wortsinne:) schwachsinniger Politiker.
Die Menschen sind immerhin an fehlerhafte Benennungen gewöhnt, z.B. dass „die Benzinpreise steigen“. Weil die Medienmacher vergessen haben, dass Preise gar nicht steigen können. Preise können aber angehoben oder gesenkt werden – z.B. durch die Menschen, die in Mineralölkonzernen arbeiten. Nur so ein Beispiel.

Die aktuelle gesellschaftliche Gespensterbahnfahrt braucht dringend einen Namen, denn es ist eine neuartige Mischung aus Faschismus und DDR – doch beide Begriffe zeigen unweigerlich in die Vergangenheit.
Faschismus, so hat Walter Ulbricht geschrieben, sei die höchste Form des Imperialismus. Das kann ich akzeptieren – und doch klingt das Wort zu sehr nach Mussolini und Gestapo und Ariernachweis. DDR ist meine Heimat und so sehr sie auch fehlerhaft und änderungswürdig gewesen ist, so wenig verbrecherisch im Vergleich zu heute ist man dort gewesen.

Oft wird in diesen Tagen die Ausgrenzung von Juden (damals) mit der Ausgrenzung von Normalen (heute) verglichen – und oft lächerlich gemacht oder sogar als Verharmlosung der „Judenfrage“ denunziert. Das verstehe ich nicht. Es sind doch dieselben Psycho-Reflexe, die von den Politikern absichtlich exakt so angesprochen und durch die Medien teilweise absichtlich zum Handeln genötigt werden. Es sind nur andere Menschen, andere Zeiten. Ausrottung wird noch nicht thematisiert, aber von „Arschtritten“, „Überwindung des inneren Schweinehundes“ oder von „Asozialen“ ist schon die Rede. Exakt wie damals.

Es ist ja auch dieselbe Industrie, die hinter dem ganzen Spuk steckt – und das macht es für mich so schlimm.
Diese Industrie macht exakt das gleiche. Immer. Seit es sie gibt: Krieg, Gift, Mord!
Gerne wird von Friedensfreunden das Böse von damals zusammenfassend im nationalsozialistischen Auschwitz verortet. Aber man meint heute in der Regel lediglich die Vergasung von Menschen. Dass viele dieser Menschen im Nachbarlager das Gas herstellen mussten, ja dass Auschwitz vor allen Dingen eine Chemiefabrik der globalen Chemieindustrie war und das angegliederte KZ „nur“ die Arbeitskräfte internierte, wird gern übersehen.
Die Naziführer hat man verurteilt, die NSDAP verboten. IG Farben wurde lediglich „zerschlagen“, d.h. die Sieger haben die profitable verbrecherische Chemieindustrie unter sich aufgeteilt – und weitergemacht. Auch VW wurde nicht verboten, Mercedes Benz, die Deutsche Bank, Krupp, Thyssen – auch nicht.

Also. Ins heute: Wie nennt man den aktuellen Faschismus? Oder ist es immer noch der gleiche? Hat er sich zwischenzeitlich nur getarnt? Die Kriege, die nach 1945 geführt wurden, waren ja fast immer – zumindest wenn sie von der Weltpolizei angezettelt wurden – gute Kriege für Frieden und Sozialismus, ähm nein: Demokratie und Freiheit. Tja. Das haben die Afghanen jetzt davon.

Aber vielleicht ist der Name auch egal. Es bleibt wohl immer dasselbe: Menschen, die an irgendwas glauben, sind bereit, Egoismus in Solidarität umzubenennen und in diesem Sinne ihre Nachbarn zu erschlagen.

Nach den „Nieten in Nadelstreifen“ der 90er Jahre folgte eine Generation Heißluft, deren Erfolg es war, den Nieten in den Hintern gekrochen zu sein. In der Wirtschaft also Nieten und in der Politik Heißluft. So sieht es seit ca. 20 Jahren aus. In den Medien nur noch Lautsprecher, kaum Denker. Und diejenigen, die auf dem Geld sitzen, kommen vor Lachen nicht in den Schlaf.

Mit der letzten „Gesundheitsreform“ wurde der Weg bereitet, den die Mächtigen heute – beklatscht von ARD und ZDF – beschreiten: Die systematische Verkrankung der gesamten Bevölkerung (Prof. Paul  Unschuld).
Es wurde seinerzeit in Fachkreisen viel diskutiert, viel protestiert. Die üblich verdächtigen Medien haben der fachlichen Kritik keine oder kaum Beachtung geschenkt. Die seinerzeitige Gesundheitsreform (verantwortlicher Minister: Daniel Bahr, FDP) war bereits das Einknicken der Politik vor der Chemieindustrie, nein, es war das Stiefellecken.

Die Corona-Impfung ist lediglich ein kleiner effektiver Bestandteil der Profitmaximierung. Bill Gates hatte viel Redezeit in den ARD-Tagesthemen und wurde weder unterbrochen, noch wurde erschrocken nachgefragt, als er fast wörtlich sagte: Wir werden diese Impfung 7 Milliarden Menschen geben, letztendlich.

Was derzeit geschieht, das haben die Mächtigen bereits mit der Schweinegrippe versucht. Damals sind sie weitgehend gescheitert an wachen Medienmachern, an kritischen Medizinern und noch vereinzelt an Politikern, denen das Wohl der Republik wichtiger war als die Zuwendungen der Chemieindustrie.
Aber die Mächtigen haben aus ihren Fehlern gelernt und den nächsten Angriff auf die Freiheit des Volkes nahezu perfekt vorbereitet. Sie mussten prinzipiell nur kopieren, was eine kleine Clique vor ca. 100 Jahren schon einmal erfolgreich veranstaltet hat. Auch damals war das nur möglich mit der großzügigen Finanzierung durch die Chemie- und Stahlindustrie.

Wer an Demokratie und Rechtsstaat glaubt, dem klingeln seit einigen Monaten die Ohren. Nach all den verbalen Entgleisungen führender Politiker und Medienmacher kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass die mächtigsten und dadurch gefährlichsten Feinde des Rechtsstaates in den höchsten Ämtern dieser Republik sitzen. 

Aber das ist falsch. Es ist nur eine Knallgasgeneration, die es mit heißer Luft nach oben geschafft hat und nun jämmerlich versagt, indem sie die von ihr zu schützende Bevölkerung den imperialistischen Wölfen zum Fraß vorwirft.

Ich kann die Klappe nicht mehr halten. Ich habe versucht, Lieder oder Gedichte oder Theaterstücke zu schreiben. Doch… wer hört heute noch zu? Aber das Lesen, das wird noch praktiziert. Es ist das Privileg einer Elite, der man seit Jahren an den Kragen will. Viele meiner Weggefährten und viele derer, die ich nie persönlich kennengelernt habe, deren wacher Geist mich aber interessiert und fasziniert hat, werden heute in absurde politische Schubladen gepackt.

Aus Kunst, Kultur und vielen Medien ist Kritik verschwunden. Fast nur noch Pseudokritik wird gehört: Man muss ja glauben, diese Republik bestünde nur aus Rechten, Rassisten und sonstigen Schwulenhassern, denen man medial den Marsch blasen muss. Und üblen Typen, die Menschen, die anders sind, von morgens bis abends diskriminieren. Und Menschen, die das falsche Essen essen und damit das Klima beeinflussen und deshalb für tödliche Sturzfluten verantwortlich sind.

Die „Krise“ ist seit 25 Jahren zum gesellschaftlichen Dauerzustand geworden. Kaum einer hinterfragt dies noch öffentlich. Alle wollen glänzen in Krisenbewältigung.

Macchiavelli schrieb, dass jede demokratische Gesellschaft in Verwahrlosung enden würde. Wir sind mitten in der Verwahrlosung, ich warte nun auf das Ende und hoffe auf einen menschenfreundlichen Neuanfang.
Oder besser: Ich fang schon mal damit an. Schriftlich.

Ja, so klingt es. Schreibt sich vielleicht anders. Ismir egal.
Es ist eine Entscheidung gefallen. Sie lautet: Tschüß.
Damals, 1999, gehörte ich zu den ersten, die ihre Gedanken ins Internet hinausposaunten. Damals noch ohne wordpress und so. Damals fragte man mich, warum ich im Internet solche Sachen schreiben würde. Also wirklich ernsthaft. Ernsthaft wurde ich das gefragt. Ich sagte, ich habe ein paar Freunde, die sich über dieses Mittel informieren. Ich wurde angeschaut wie ein seltsames Tier.

Ich habe der Welt erklärt, wie sie zu sein hat. Nach meinem Abbild. Sie hat sich dafür nicht interessiert. Sie ist eine hässliche geblieben. Es hat mich viel Zeit und Lust und Leid gekostet, ihr die Welt zu erklären. Sie will es nicht wissen.

So verbleibe ich nun mit den besten Wünschen.
Wem weiterhin nach meinen Gedanken gelüstet, der halte Augen und Ohren offen. Ich finde ein anderes Medium.

Glück erkennen wir immer erst, wenn es geht. Der Mensch ist viel zu sehr Egoist, um während der glücklichen Phase sich selbst zu reflektieren und zu erkennen. Denn das bedeutete, kurz vom Glück zu lassen. Erst wenn es vergeht, fällt es auf; und auch das ist nur ein egoistischer Impuls, es ist nur Selbstmitleid.
Glück zu pflegen hieße, immer am Limit zu leben, immer volle Kraft zu geben, denn Glück entsteht nur im Vollkommenen.
Volle Kraft, ohne sich abzurackern, das führt zu Glück. Nur wenige können das naturgemäß, aber Sänger lernen das. Ich glaube, deshalb sind gute Sänger auch oft glücklich.

Ich denke, das wird ein Lied.

Neineinein.
Weder Blockade noch Depri noch Unlust sind für mein aktuelles Nichtschreiben auf diesen Seiten verantwortlich.
Ehrlich gesagt ist es schwierig Gründe dafür auszumachen. Die werden allerdings damit zu tun haben, dass ich momentan beruflich eine Menge schreibe und mit Film- und Bandprojekten gut beschäftigt bin. Hinzu kommt, der Drang, wie ich ihn 1999 spürte, als ich zu einem der ersten Blogger der Welt wurde, ohne dass es das Wort Blogger gab…, also der Drang, meine Meinung internetlich in die Welt zu rufen, ist deutlich geschwunden. Nicht, dass die Welt es nicht wissen sollte. Eher, dass die Welt die Dinge mit Vorliebe falsch versteht.

Falls mir grandiose Sachen in den nächsten Wochen einfallen, werde ich sie also nicht hier an die digitale Wandzeitung kleben, sondern in einen Liedtext verwandeln, der schon bald, ich verspreche es (noch in diesem Jahr), mit einer schönen Melodei verstrickt das Licht der Welt erschrickt.
Feuer frei!

Der Sommer ist hereingebrochen, dicke grüne Blätter wackeln an den Bäumen vor meinem Fenster, der Tabak sprießt und provoziert einen Einsatz mit der Heckenschere.
Alle Welt muss spazieren gehen, so dass es auf meinem Wanderweg derzeit so voll ist, wie sonst nur am U-Bahnhof Alexanderplatz. Deshalb gehen die alle auch dahin. Wenn keiner da ist, geht auch keiner hin. Ist ja sonst keiner da. So funktioniert die Welt. Und dann kann man hinterher sagen, dass es schön war beim Wandern, denn die anderen fanden es auch schön. Und wenn andere das schön finden, dann darf man das selbst schön finden. Aber nur dann! Wenn man es – wie ich – schön findet, wenn niemand sonst da ist, dann wird man schräg angeschaut. Wie kann man nur!
Ich glaube, so funktioniert Privatfernsehen.

Jetzt hatte ich Hunger und dachte über die vielen Möglichkeiten nach, die meine Küche und meine Kochkunst bieten. Gebackene Aubergine? Mit Rinderhack gefüllte Aubergine? Avocadocreme mit Chips? Schafskäse mit Tomaten, gebacken? Thüringer Rostbrätl? Nudeln mit …, ja mit was? Vielleicht Carbonara oder Bolognese oder Napoli?

An diesem schönen Sonntag, will ich dich nicht lange auf die Folter spannen: Es wurde eine gutbürgerliche Boulette in Weißbrot mit karamellisierten Zwiebeln und dem ganzen Gedöns, das man zusammengeklatscht heute Burger nennt. Auch wenns schwerfällt, ja, heute fällt auch das schon unter gutbürgerliche Küche.

Ich bin also ein Gutbürger.
Hossa.

Das gehörte zu seinen Lieblingswörtern. Und es war vielleicht das Wort, das von 200% der Deutschen nicht verstanden wurde. Man konnte es ja auch kaum richtig lesen, meinte er jedenfalls. Alfred Bernaise. Also „Lieblingswort“ war vielleicht das falsche Wort. Vielmehr war es das Wort, das ihn immer wieder beschäftigte. Immer wieder sah er im Duden nach, mit welcher Bedeutung dieses Wort auf der Welt herumlief. Ja, es bedeutete nichts anderes als dass der Stoff, der mit diesem Wort attributiert worden war, von lästigem Eisen befreit worden ist. Also nicht enteist. Er war auch nicht eisenentfernend. Nein. Er wurde von Eisen befreit. Von Eisen befreit sind Strom und Bäche. Der Kalauer war zwingend an dieser Stelle.
Die Frage, mit der Alfred Bernaise an diesem Tauwettertage zum Briefkasten schlenderte, war zunächst angeregt als eine Frage um den Themenkomplex des Enteisungsprozesses der alten Milch, die er vor einer Woche für die Katze rausgestellt hatte und die zu leckerem Milcheis erstarrt war, was die Katze aber nicht mochte. Es war für Alfred eine höchst unwichtige und doch bedeutende Feststellung, dass die Katze kein Milcheis mochte. Denn erstens kam es selten vor, dass etwas Milcheis dem menschlichen Verzehr in diesem Hause entkam und somit für die Speisung von Flora und Fauna zur Debatte stand. Und zweitens stellte Herr Bernaise nur äußerst selten etwas Milch vor die Tür zu einer Zeit, in der es möglicherweise frieren konnte.
Nun taute es. Und aus der Milch war ein wässriges Gemisch geworden, das nun einem Rest-Omelett weichen durfte. Da im Hause Bernaise nur mit Natur gebraten, gebacken und gesotten wurde, konnte dieses Rührei der Katze ein Schmaus sein. Immerhin aßen Katzen Vögel. Dann würden sie ja wohl auch Eier essen. Aber gebratene Eier? Mit Speck?
Wie so oft an eisigen und langsam enteisigenden Tagen saß die Katze. Also, richtig musste es heißen: der Katze, denn sie war ein Er und hieß Wassil Wassilitsch, ganz genau wie der Hund aus dem Film aus den Gorki-Studios…, also der Wassil saß an der Küchentür und lauschte. Was genau er erlauschte, war nicht erkennbar. Aber vielleicht ging es um die Wärme, die aus den mikroskopisch kleinen Spalten zwischen Tür und Rahmen auf die Reise ins Kühle ging. Auf dem Weg zur Entwärmung stellte – also setzte – sich nun der Katze in den selbigen (Weg) und lauschte. Alfred Bernaise öffnete die Tür, um den Katze hereinzubitten, doch der lief lieber auf Abstand. Schön, dachte Alfred, soviel Respekt von einem Tier! Alfred kannte ein oder zwei Menschen, die sich auf sehr unschöne Art impertinent gerierten und freute sich seit der Kenntnis dieser Personen immer wie ein Keks, wenn sein Gegenüber Respekt zollte. Das war die Mehrheit und deshalb dafür verantwortlich, dass Herr Bernaise sich so oft freute. Bernaise war sich sicher, dass jeder, der Impertinenz kennenlernen gemusst hatte, ab diesem Moment das Gegenteil dieser Unart immer applaudieren würde.
Wenn nun, – so dachte Alfred auf dem Weg zum Briefkasten, wenn ich nun diesen üblen Mitmenschen Respekt beibringen sollte, wären diese Menschen dann entimpertinentt?
Im Briefkasten fand sich nur die Tageszeitung. Und es taute. Der Katze aß das Omelett nicht auf, genau wie Alfred, und im Radio lief ein Othello, der nicht schwarz angemalt werden durfte. Alfred fragte sich, ob Nietzsche das mit seiner „Umwertung aller Werte“ gemeint hatte.
Aber Alfred Bernaise fand, dass das im Radio egal war. Das konnte auch 100 Jahre nach seiner Erfindung immer noch nichts anderes als Töne abspielen. Das Telefon hatte sich da ganz anders entwickelt! Bernaise bedankte sich immer wieder bei Gott dafür, dass das Telefon zu seiner Zeit fast alles konnte außer kochen und laufen. Auch wenn das Internet daran Schuld trug. Es trug ja auch Schuld daran, dass – wie Alfred sich auszudrücken pflegte – die ganz Doofen plötzlich eine Stimme hatten. Jahrhundertelang wurden nur die Gedanken der Klügsten transportiert und multipliziert, doch seit diesem Internet war die Welt eine andere. Deshalb machte Alfred da auch nicht mehr mit.
Vielleicht hätte man dort mal enteisent tätig werden sollen. Dann wäre erstmal Ruhe gewesen. Jawoll.
Der Katze war nun weg. Etwas Ei war noch da. Also kam der Meise und nahm einen Bissen. Und auf dem Herd brutzelte der Erbseneintopf. Der roch herrlich. Das interessierte Wassil Wassilitsch aber nicht. Nur Alfred freute sich und er fragte sich, wie wohl die meisten Flaschenwasser aussehen würden, wären sie nicht enteisent geworden.
Wohl übel. Deshalb trank er auch kein enteisentes Wasser.

Der Tag war gut.
Es hat geregnet, wurde spät hell und früh dunkel. Es war weniger hell als an einem Sonnentag. Vor allem ist an einem Regentag der helle Anteil weit geringer.
Der Tag war gut und ich überlege, woran dies wohl lag. Lag es am Tee ostfriesischer Mischung schlechter Rohstoffe mit mecklenburgischem Küsten-Honig und Zitronensaft aus alten Zitronen unbekannter Provenience?
Oder lag es am Leberwurstbrot aus fröhlicher Haltung und artgerechter Zubereitung?

Ein guter Tag entsteht in aller Regel nur, wenn er gut vorbereitet worden ist. Zum Beispiel durch einen guten Vorabend.
Ja. Der Vorabend war gut. Ich habe in den Fernseher geschaut und nichts gesehen. Oder so: Ich sah einen Film und hatte danach Denkbedarf. Also schaltete ich die unterhaltungsverlängernden Geräte ab und schaute. Immer in eine Richtung. Das hat Spaß gemacht.
Was habe ich an unnützem Programm alles nicht gesehen. Das war wirklich schön.

Und blieb nicht ohne Folgen, ich setzte die Verneinung heute morgen fort.
Nur ein Test-Blick auf Facebook, der Wutspeicher schwoll – und husch! Weg und raus und Schnauze da draußen!
Zurückgelehnt.
Musik komponiert.
Vorfreude auf einen Winter, der alles Böse zu Eis gefrieren – und im Frühjahr zu übel stinkendem Abwasser schmelzen lässt.
So klingt Hoffnung im dunklen Wald. Also jetzt.

Der November ist der Mai des Winters.

Nein, ich äußere mich nicht zur USA-Wahl.
Barak Obama hat gewonnen und alle Guten haben vor Freude geweint. Vor 8 Jahren. Weil jetzt die Welt eine bessere sein würde. Weil das nämlich der US-Präsident entscheidet. Und ein Schwarzer könne ja nur Gutes bringen.
Als ich in den damals üblichen Internet-Foren vor Euphorie warnte und Obama als einen weiteren Büttel des Kapitals im Schafspelz kommen sah, warf man mir Böses entgegen. So viel, dass ich kurz zweifelte und schnell beschloss, meine Klappe zu halten. Die Guten können mit Offenheit und Logik nicht so. Und sie waren sich alle einig. Das macht stark, so in der Gruppe, wie bei Nazis zuhause.
Ich bringe jetzt nicht den zwingenden Kalauer vom Wolf, der am Ende doch nur ein schwarzes Schaf war. Mit nicht erklärten Kriegen, Foltergefängnissen und Chemieindustrie.
Und ich schreibe jetzt nichts über die heute Trauernden, die es also bedauern, dass eine Kriegstreiberin, die den Feldzug gegen Russland offen befürwortet, nicht die Führung der Welt übernehmen darf.
Es hat offenbar eine Menge großdeutsches Gedankengut überwintert; da geistert „der Iwan“ noch durch die Kaffeestuben, ist der „mongolische Untermensch“ genau so nachhaltig verschwunden, wie „der Neger“.

Und erst recht schreibe ich nichts über den Gewinner. Und schon gar nichts über das „demokratische“ Wahlsystem in den USA.
Ich schreibe nichts über die fröhliche Unterhaltungsschau, die gespielt wird, während die NATO ihre Söldner an der russischen Grenze in Stellung bringt.

Ich würde gerne über den USA-Wahlgewinner meckern. Aber ich kenne den gar nicht.
Also nur von Beschreibungen aus den Medien.
Ja. Also: Gar nicht.

Ich habe nochmal gelesen, was ich bis hierher geschrieben habe und da steht „die Führung der Welt“! Ich meinte damit die USA-Regierung. Da musste ich selbst lachen. Reingefallen. Also ich.

%d Bloggern gefällt das: