falx archiv
24|2|7 Schwerin bei Nacht?
Nein. Primetime in jeder Stadt, die was auf sich hält: 18:30 Uhr am Freitagabend. Auch wenn es Februar ist. Schwerin ist eben anders… Tolles Video: Schwerin Halb Sieben
14|3|7 Alkverbot
Lustig. Ja. Das ist endlich mal was! Neben Rauchverbot und Krippenverbot endlich wieder eine Mediendiskussion, die sich gewaschen hat. Alkoholverbot für Jugendliche. Daß die sich mangels Freizeitangeboten und diverser gesellschaftlicher Perspektiven in stumpfen Diskotheken besaufen, haben die Genossen in der Volkskammer erst jetzt bemerkt? Na immerhin. Daß Verbote durchaus etwas bringen können, das sieht man ja deutlich daran, daß unter Jugendlichen überhaupt gar nicht mehr gekifft wird, seit das verboten ist. Oder?
10|5|7 Stasi. In Echt.
Da wird von den Betroffenheitsassis immer wieder auf die bösen Diktaturen und ihre menschenverachtenden Handlangerorganisationen eingeschlagen und dabei vergessen diese Schwachmaten, daß es immer, also IMMER nur die Menschen sind, weswegen die Menschen so schlecht sind. Was wären Gestapo und Stasi gewesen ohne die Millionen von Denunzianten. Und wer glaubt, die sogenannte freiheitlich-demokratische Grundordnung mit ihrer angeblich humanistischen Erziehung würde den Menschen an sich bessern, der sitzt auf dem Holzweg… Zumindest habe ich das gerade so erlebt. Keine Details. Will ja hier niemanden denunzieren
14|5|7 Großer Preis. Unecht.
Nicht weinen! Roger Cicero ist ein Kunstprodukt. Kommt nicht aus der Mitte des Volkes und macht Musik, die ungefähr so spannend und herzergreifend ist wie Kernseife. Und vor allem nichts weiter, als ein langweiliger Aufwasch unmoderner amerikanischer Popmusik irgenwo aus den 40er Jahren. Wo aber bleibt die in den Herzen der Menschen verankerte Musik? Ich verspreche: wenn endlich mal wieder ein Titel, ein Künstler dorthin delegiert wird, dessen Ursprung in der eignenen, in der deutschen Tradition liegt, dann hat Deutschland beim Grand Prix auch wieder eine Chance…
24|5|7 G8. Mit Sicherheit.
Wie haben doch die politischen Kommentatoren der BRD-Medien seinerzeit über die DDR-Regierung gemeint: “Politiker, die soviel Abschirmung vom Volk und soviel “Sicherheit” benötigen, müssen ziemlich viel Angst vorm Volk haben. Das können keine Politiker des Volkes sein.” Na sowas! Und jetzt? Was sagen die politischen Kommentatoren jetzt, da offensichtlich ist, wo nun auch in der BRD die Demokratie endet? Demonstrationsverbot, Unterbindungsgewahrsam, Geruchsproben, Razzien auf Verdacht, Postkontrolle. Das kennt man östlich der Elbe irgendwie. Irgendwie unangenehm. 
5|6|7 Oh, wie ist das schööön. Rülps.
Die Erfolgsmeldungen nehmen kein Ende. Die kritischen Journalisten vom Staatsfunk beeilen sich, immer schneller und lauter zu vermelden, daß alle Kombinate ihre Pläne übererfüllen und daß auch die BRD-Partei- und Staatsführung ihre erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik fortsetzt. Konjunktur und sinkende Arbeitslosigkeit, Konsumklima und so. Toll. Von den USA lernen, heißt siegen lernen!
:::20!6|7::: Ich habe geheizt.
Das war n Film! Leider bin ich der einzige, der ihn bisher gesehen hat. In meinen Träumen und großartig. Über Inhalte möchte ich hier nicht schwadronieren. Nicht heute. Denn heute ist ein Tag, der es in sich hat. Eine ganze Welt dreht sich gerade. Sie dreht sich diesesmal nicht um mich, sondern um meine Teekanne im Takt von Rührei mit Musik. Und ich habe noch nicht mal geraucht. Es gibt Momente im Leben eines Gottes, die könnte der Mensch vermutlich nachempfinden, aber er würde sie nicht verstehen. Deshalb schreibe ich gerade ein Buch. Und deshalb ist es so schwer. Weil der Leser es schließlich einigermaßen verstehen sollte. Denn immerhin will ich die irdischen Beifallsbekundungen in Empfang nehmen, solange ich hier noch meine Zeit verschwenden darf. Wäre ich reich verheiratet oder beerbt, würde mir das alles wohl egal sein und ich könnte mich auch darüber freuen, daß ich erst nach meinem Tod zu wahrem Ruhm komme. Aber heiße ich Kafka? Also. Und auch wenn Stanley Kubrick von allen Bescheidwissern dieser Welt als Gott verehrt wird, will ich mich diesem Jubel nicht verkaufen. “Clockwerk Orange” ist perverser Großmist und “2001” einfach nur eine langatmig erzählte SF-Geschichte. Wo ist da der Geist zwischen den Bildzeilen? Wohl auf der Strecke geblieben. Immerhin wäre es ein Versuch, diese Peinlichkeiten mit Zeit-Geist zu begründen. Visconti hatte es z.B. mit “Tod in Venedig” gezeigt, daß Tonfilm durchaus auch eine Kunstform darstellt. Und daß eine lang erzählte Geschichte sogar spannend sein kann… Heute will ich mich davon überzeugen, daß die Kubrick-Version von Barry Lyndon ein Meisterwerk ist. Hoffentlich werde ich nicht enttäuscht.
:::25!6!7::: Also “Barry Lyndon”
Oh Himmel – ich habe geweint. Nicht weil da einer starb oder jemandem ins Bein geschossen wurde. Nein. Herr Kubrick hat mich zu Freudentränen gerührt. Und ich habe sämtliche für mich erreichbaren Rezensionen gelesen. Sicher gibt es darüber Bücher, möglicherweise wird dieser Film an den Hochschulen behandelt, natürlich ist dieser Film immer wieder und ständiges Thema von Filmstudenten aller Fachbereiche. Wäre es nicht so, dann wäre es traurig… Mich faszinierte diese Szene besonders, in der Barry und Frau Lyndon sich zum ersten Mal küssen, weil die Musik so herrlich auf den Kuss gesetzt ist. Erst beim zweiten und dritten Mal und nocheinmal, und dann nochmal die ganze Szene von Anfang an…. wurde klar: Die komplette Szene ist auf die Filmmusik bereits gedreht worden! Was für eine logistische Leistung. Der Kaplan und Frau Lyndon sitzen nebeneinander und werden auch nebeneinander gezeigt. Man achtet auf Lyndon, weil der immer wieder asynchron eingeschnittene Barry nur sie anstarrt. Aber man nimmt den Kaplan deutlich wahr: denn, nur er bewegt sich synchron zur Musik! Dann bewegen sie sich parallel und plötzlich übernimmt die schöne Dame; wir sehen sie in Nah: Jede Mundbewegung, alle Augenbewegungen sind geplant und entsprechen der Musik. Bis zum ersten Kuss bewegen sich die Protagonisten mit der Musik, mal im Rhythmus, mal nur in der Stimmung… es ist herrlich. Dieser Perfektion auf der einen Seite, stehen allerdings grobe Schnitt- und Lichtfehler auf der anderen Seite entgegen. Das Duell mit dem englischen Offizier: Der Offizier befindet sich komplett im Schatten eines Baumes. Nur wenn er in Nah gezeigt wird, fällt die “Sonne” kiloweise seitwärts auf seinen Kopf. Klar kann man das so machen, um den Kopf vom Hintergrund zu trennen und ihm dabei auch noch Profil zu geben. Es ist aber in diesem Fall leider völlig unlogisch. Schon vorher wurde im Schneideraum gepennt. Nachdem Barry seinem Kontrahenten das Glas ins Gesicht warf, wird er von einem Freund nach Hause gebracht. Dieser redet in einer sehr langen Einstellung, am Ende sagt Barry etwas und der Freund verzieht den bislang ernsten Mund zu einem Lächeln. Schnitt auf den Freund in Nah: Hier hat er immernoch den ernsten Mund, der sich nach einem Augenblick erst zum Lächeln entwickelt. So, wie die beiden geschilderten Sachen mit Sicherheit jeweils echte Fehler sind, bin ich mir beim nächsten Beispiel nicht ganz sicher. Der Dialog mit dem deutschen Mädchen innen, mit Kind: Die rechte Hand des Mädchens findet in fast jedem Schnitt nicht den rechten Anschluß. Hatte sie soeben noch die Hand mit dem Breilöffel in der Schüssel, so ist beim nächsten Schnitt der Löffel – schwubb – im Mund des Kindes. Diese Folge von “Fehlern” will ich nicht glauben. Es kann ein gewagter Kunstgriff sein, um Bewegung in die sonst steife Szene zu zaubern. Warum sonst kommt hier das Kind ins Bild, es hat sonst überhaupt keine Funktion. Und bei diesem so offensichtlichen Anschlußproblem hätte sonst jeder Perfektionist das Material in die Tonne gehauen. Da Kubrick sämtliche Mantel- und Degenklischees vermeidet und auf die heute übliche „Dramatisierung von Nichts“ verzichtet, wird der Film zu einer Zeitreise. Mit der Geschichte von Barry Lyndon hat Kubrick außerdem eine Geschichte zur Hand, an der sich so ziemlich das komplette Leben im 18. Jahrhundert abbilden läßt Diese Verfilmung ist also nicht nur ein ausgebufftes Kunstwerk, sondern auch als Portrait einer Epoche höchst wertvoll.
:::3!7!7::: Ich mag keinen Pflaumenkuchen im Frühjahr!
Die Bauarbeiten an meinem ersten Weltbestseller gehen zügig voran. Ich bin sehr stolz auf mich und vor allem auf diese Welt, die mir jeden Tag Gelegenheit gibt, das Leben zu beobachten und daraus meine grausamen Schlüsse zu ziehen. Apropos grausam: Der Film “Schlafes Bruder”. Ich kenne ihn nun schon seit vielen Jahren und habs auch schon ein paar mal versucht, ihn zu verstehen. Es war mir nicht vergönnt. Nun fiel mir vor Wochen das Buch in die Hand. Dazu ganz kurz: grandios! Und nun mit dem frischen Wissen des Romanlesers, versuchte ich es nochmal, den Film zu sehen. Warum hat Robert Schneider geglaubt, dass, wer ein Buch schreibt, auch ein Drehbuch schreiben kann? Oder hat er geglaubt, das Buch der Anschaulichkeit wegen ins Banale und unmotiviert Überzeichnete übersetzen zu müssen? Und dass Regisseur und Produzent nicht erkannt haben, dass sie hier ein mieses Drehbuch vorliegen haben, spricht für deren Qualitäten, welche sie uns tatsächlich im Verlaufe des Films eindrucksvoll belegen. Die dramaturgische Fehlleistung besteht in der Hauptsache darin, dass weder Figuren noch Handlung emotional nachvollziehbar werden. Und das liegt u.a. darin begründet, dass viele wichtige Szenen nicht filmisch aufgelöst sind. Es gibt Regisseure, die machen das oft so, nur haben sie dann wenigstens einen dramatischen Dialog für ihre Darsteller und ein großartiges Bild. Bei Regisseur Vilsmaier wird Theater verfilmt. Und dieser Regisseur hat das Kunststück vollbracht, gestandene und talentierte Schauspieler aussehen zu lassen, als wären sie Laiendarsteller. Die vielen Fragen, die sich der filmschauende Buchleser stellen sollte, will ich gar nicht stellen, z.B. warum die Handlung im Film stellenweise komplett vom Buch abweicht, bzw. der Buchhandlung widerspricht, warum die Kinder Glatzen tragen, warum die Bewohner immer Schmutz im Gesicht haben… Diesesmal habe ich den Film schon nach wenigen Minuten abgedreht. Er ist eine Beleidigung für Auge und Ohren und ein Dolchstoß ins Herz eines jeden, der das Buch liebt.
:::24!7!7::: Mit Riesenschritten zu Seite 40!!
Die „kritische Distanz”, ein schönes Wortpaar und ich bin gerade am grübeln, welche Bedeutung es wohl für mich haben wird. Nichts kommt in meinen Kopf, ohne daß es dafür einen triftigen Grund gibt. Kritische Distanz. Dabei habe ich heute nacht nur darüber nachgedacht, welche Schritte die ersten sein werden, um die Lethargie zu überwinden. Und welche Gedankengänge ich mir endlich abgewöhnen muß. Z.B. solche: „Wer es nicht geschafft hat, Nietzsche oder Lenin zu sein, der hat die Chance verpaßt, den Lauf der Welt nachhaltig zu beeinflussen.“ Denn es ist schon richtig, wenn Walter Monk feststellt: “Die Philosophen und Revolutionäre haben sicherlich für Euphorie gesorgt. Nicht aber für Verbesserungen”, – weil der Mensch immer auf der einen Seite mit Krieg, Leid, Hunger und auf der anderen Seite mit Friede, Freude, Eierkuchen lebt. Es ist egal, wer gerade an der Macht ist. Also sehen wir es positiv. Denn es gibt immerhin das geniale Rezept, welches der berühmte Philosoph Falk Schettler aufgeschrieben hat: “Mit jedem bißchen Liebe wird die Welt ein bißchen lieber.” So sei es.
:::27!7!7::: Doping – das Erfolgs-Rezept.
Noch werden Doping-Sünder für Bösewichte gehalten. Doch, schauen wir genauer hin: die vermeintlichen Täter sind lediglich die Opfer der „Chemieverschwörung“: Ein europäischer Radfahrer zum Beispiel ist immer noch günstiger zu haben, als eine Rattenkolonie in Bangladesh. Während die Vorstände der Giftmischkonzerne sich die Hände in dem bekannten Desinfektionsmittel „Unschuld“ waschen, sind die Protagonisten der Drogisten der öffentliche Häme und fliegenden Eiern preisgegeben. Doping ist ein hartes Brot. Untersuchen wir mal die wichtigsten Punkte: Es steht unter Strafe und bestraft wird, so lehrt es die Geschichte, immer der Dumme: der „Sportler“, derjenige der ertappt worden ist. Er verliert Titel, Ansehen und seine Gage. Wer nicht mit einer „Was ist, wenn ich auffliege“ – Versicherung vorgesorgt hat, dem bleibt nur der soziale Abstieg. Die Präparate sind streng geheime Testmischungen aus den Giftküchen der IG Farben. Der Anwender, der Testpilot ist sich der Risiken sicher bewusst, doch wird das Verdrängen von Risiken in dieser Branche sehr gut und Milliliterweise bezahlt. Doping macht einsam. Weil Doping illegal ist und direkt in die Isolation und noch arger: in die Schlagzeilen von BILD und RTL2 führt, führen die User ihre Nahrungsergänzung möglichst ohne Zuhilfenahme riskanter Mitwisser durch. Und damit Teamkollegen und Konkurrenten von den Nebenwirkungen nichts mitbekommen, kann man sich abends leider nicht der Pflege sozialer Kontakte in der Hotelbar widmen. Unkontrolliertes Augenrollen und heftiges Zittern der Brustwarzen würden von den anderen Sportlern sofort als Doping-Anzeichen erkannt. Denunziation wäre die Folge. Wir sehen, die vermeintlichen Doping-Sünder sind ganz traurige Gestalten. Es sind Opfer der Industrie. Wahrscheinlich tun sie es nur, weil sie verschuldet sind und das Geld dringend benötigen. Die gute Nachricht: Es wird an einer Lösung gearbeitet, die den sozialpsychologischen Aspekt in den Vordergrund rückt und damit schon mal einen Schritt in die richtige Richtung geht. Als Testgruppe wurden die Fußballer auserkoren. Dem Sportsfreund ist sicher nicht entgangen, dass diese Spezies bislang in so gut wie keine Dopingskandale verwickelt wurde: 16 Fälle seit 1988 bei DFB – das ist einfach zu wenig! Hier sollen aber die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Deshalb heißt die Zukunft: Kollektivdoping. Endlich kann der Betroffene frei und offen darüber sprechen. Und wenn Bastian Schweinsteiger positiv getestet wurde und Phillip Lahm nicht, dann kann Bastian sagen: „Der Phillip hat aber auch!!!“ Ja und es gilt die alte Kollektivformel: Wenn alle das selbe falsch machen, dann ist es richtig! Hier eröffnen sich Möglichkeiten! Bei entsprechender Bezahlung diverser Rechtsanwälte ist es dann kein weiter Weg mehr zur Legalisierung! Was für eine Entwicklung, meine Damen! Die Doping-Zukunft ist rosig, aus Übeltätern werden Stimulans – Pioniere. Doping für alle! – so sieht es in wenigen Jahren aus. Das Erfolgs-Rezept erhalten Sie dann beim Arzt Ihres Vertrauens..
:::13!8!7::: Liquidieren! Jetzt!
Oh Hilfe. Schon wieder wird in den sogenannten Medien über den sogenannten Schießbefehl diskutiert. Diese Debatte ist so armselig, dass es mir fast körperlich weh tut. Gibt es noch Journalisten bei der ARD? Oder nur noch Volontäre und Praktikanten? Naja, eine „seriöse Nachrichtensendung“, in welcher die beliebte Maschinenpistole namens “Kalaschnikow” zum Maschinengewehr aufgerüstet wird, der kann es auch passieren, dass aus einer militärischen Stasianweisung ein menschenverachtendes Dokument wird. Es ist natürlich schwer für die sogenannten Journalisten und vor allem für die sogenannten Politiker, die über Jahrzehnte hinweg von einem sogenannten Schießbefehl palavern, den es nie gegeben hat – und dessen Existenz sich nicht beweisen lässt. Spannend ist doch zum Beispiel, dass sich kein ernstzunehmender Zeuge findet! Tausende DDR-Grenzsoldaten haben nach Meinung der Westmedien und der sogenannten Bürgerrechtler angeblich einen Schießbefehl erhalten. Aber keiner will ihn gehört haben. Ich kann eins sagen: Ich war Grenzsoldat in der DDR und ich habe nie den Befehl erhalten, irgendwelche Menschen rücksichtslos nieder zu ballern. Und ich kenne keinen Exsoldaten, dem solche Befehle erteilt wurden. Der sogenannte Schießbefehl ist eine Dienstanweisung, wie es sie bei jeder Polizei dieser Welt gibt… Dass das aktuell diskutierte Dokument für einen Beweis der Existenz eines Schießbefehls gehalten wird, ja sogar als eindeutiger Schießbefehl anerkannt wird, zeigt deutlich, dass die erste PISA – Studie recht hatte mit der erschreckenden Erkenntnis: die Menschen können zwar lesen, aber sie erfassen die Inhalte nicht. Und nochmal zur seriösen und tendenzfreien Vorzeigenachrichtensendung. Während die Selbstschußanlagen an der innerdeutschen Grenze “menschenverachtend” und “grausam” waren, feiern unsere “Journalisten” vom Staatsfunk die neuen Tötungsmaschinen von Samsung: Die heißen nun ganz lieb “Grenzroboter”.
:::18|8|7::: Rasenmäher
Also Nein, ich ziehe nicht aufs Dorf. Vergangenen Dienstag. Schwerin Bornhövedstrasse. Herrlicher Sonnenschein. Draußen enormer Lärm: Rasenmäher. Autotour. Ankunft in Hohen Sprenz. Direkt neben der Fluglandestelle Laage. Wo die Ossis zu blöd waren, einen Flugplatz zu verhindern, der fast ausschließlich permanenten Übungsflügen von Wehrmacht und Lufthansa vorbehalten ist. Naja. Und als wenn das nicht genug wäre: Rasenmäher. Autotour. Ankunft Pinnow. Herrlicher Sonnenschein. Rasenmäher. Mittwochfrüh. Bornhövedstrasse. Rasenmäher. Donnerstagfrüh. Bornhövedstrasse. Kettensägen oder Rasentrimmer oder ähnliches. Freitagfrüh. Bornhövedstrasse. Rasentrimmer und Rasenmäher. Ich dachte, ich ziehe in eine ruhige Gegend direkt am Rand der Innenstadt. Nein. Das ist hier eine Lärmbelästigung wie in einem Industriegebiet. Dagegen war’s ja in der Goethestrasse ruhig! Aber die Flucht aufs Land bleibt auch nicht. Überall Rasenmäher, Rasentrimmer, Rasentraktoren, Heckenscheren, Kreissägen, Kettensägen, Antenne MV… Ich ziehe wieder in die Stadt. Aber dann in eine richtige. Das erste Mal in meinem Leben sehne ich den Winter herbei. PS. Montag. Bornhövedstrasse. Rasenmäher. PS. Dienstag. Endlich Regen = keine Rasenmäher
:::12|8|7::: Entdeckungen
Habe ich doch letztens vorm Frühstück in einem meiner Bücherregale gestöbert und ein dickes Buch herausgezogen. Es sollte mir Frühstüxlektüre sein. Es war eine Offenbarung und ein Omen: Dies Hartsein wie Bronze ist so einerlei wie dies Herz aus Blech, das kalte, kaum leibliche; des Nachts aber schmiegte so gern unser Schrei sein Echo ins Weiche, ins Weibliche. Ich las es. Und ich lese immer noch. Mehr als 400 Seiten dampfende Lyrik von Wladimir Majakowski. ### Und heute so zwischendurch zur Mittagstafel gab es Pietro Aretino. Was für ein Kraftmeier der Worte! Und das noch vor der Entdeckung des elektrischen Stroms! Doch legt er einer seiner Protagonistinnen einfache Worte in den Mund, die sein Schreiben logisch und nachvollziehbar rechtfertigen: Hundertmal hab’ ich schon bei mir gedacht, warum wir uns schämen sollen, etwas beim Namen zu nennen, was die Natur sich nicht geschämt hat zu machen. Simpel. Aus “Kurtisanengespräche”. Großes Buch, so eine Art Biografie: “Kurtisanenfreund und Fürstenplage” von Klaus Thiele-Dohrmann
:::2|9|7::: Der Herbst beginnt nicht ohne mich.
Nun ist es kein Wunder, wenn erwachsene Menschen grunzen wie Schweine und quietschen wie Plastikenten. Unter bestimmten Bedingungen können halt bestimmte Dinge geschehen. Aber allzu leicht wird das Abnorme zur Gewohnheit und niemand bemerkt mehr, daß es weder normal noch klug ist. So sind wir Menschen also stolze Besitzer von Schrott auf Gummireifen und stolzieren durch Einkaufspaläste. Das Essen wächst in der Kaufhalle aus dem Regal und der Rotwein wird von den Winzertöchtern persönlich mit Farbe angemalt. Was ich sagen will: ich hab da was entdeckt: Line Kruse. Hinter diesem bedeutungslosen Namen hat sich was versteckt. Eine dänische Schauspielerin, die leider bereits verheiratet ist. Sonst würde ich sofort nach Dänemark fahren und sie auf eine leckere Leberpastete einladen. Obwohl mir gerade etwas unwohl war, als ich das Gehackte angebraten hab, um es dann in die Schmorgurken zu geben und voller Freude zu verspeisen. Ich habe nämlich vor dem Essen den Film “Dänische Delikatessen” gesehen. Das war dumm von mir, aber ich habe mir bewiesen, daß ich immer noch hart sein kann. Guter Film, der ständig zwischen Komödie und Horror schwankt. Es wurde leider niemals eine Horrorkomödie. Es schwankt halt von einem Extrem ins andere. Und die Kamera schwankt, oder besser: schwenkt und fährt, daß mir nicht nur der Filminhalt den Magen verdrehte, sondern auch die “fliegende Kamera”. Man kann es übertreiben. Das beweist dieser Film ebenso, wie auch, daß dänischer Humor direkt zu den schönsten Gags Europas führt. Und daß die Dänen es immer wieder schaffen, wirklich schöne Darstellerinnen vor die Kamera zu bringen. So hatte ich hinterher nicht nur einen verdrehten Magen, sondern auch einen verdrehten Kopf.
:::4|9|7::: Aufschwung? Juhu!
Es ist zum Piepen! Da hatten die Genossen vom Staatsfunk eine „innovative“ Idee: per Video darf das Volk seine Fragen an die ARD stellen. Und die Journalisten hofieren bei den Antworten dann den einen oder anderen Politiker. Heute (Dienstag) durften wir Herrn Glos zuschauen, wie er auf die Frage nach dem Aufschwung im Geldbeutel des Bürgers (Wann endlich kommt der Aufschwung bei mir an?) die Propagandaantworten geben durfte, wie das Märchen von der sinkenden Arbeitslosigkeit, wie die Ente vom Fachkräftemangel. Lustig ist, dass er sich am Beginn seiner Antwort verhaspelt hat und das aussprach, was jeder kritische Beobachter schon lange weiß. Glos: „Ja, der Wirtschaftsaufschwung ist natürlich in den Zahlen da, vor allen Dingen auch der großen Unternehmungen…“ Weiß ich. Die Statistik und die Rendite stimmen… reicht doch! Die Antwort auf die Zuschauerfrage blieb der Minister nach einem Wust von Phrasen natürlich schuldig und auch die Journalisten Schönenborn und Gottlieb waren sich zu schade, um nachzuhaken. Beim ARD-Journalismus geht es schließlich um den Frieden in der Cafeteria, und nicht um ernsthafte Auseinandersetzung… Apropos, noch bevor der Minister die „kritische Frage“ beantworten musste, hatte Herr Gottlieb bereits ausgesprochen, dass er dieser Zuschaueraktion keinen Wert beimisst: „…die (Bürger) machen ihrem Ärger Luft. Das ist etwas ganz natürliches…“ Zynischer kann so ein öffentlich-rechtlicher Journalist in diesem Zusammenhang wirklich nicht sein.
:::17|9|7::: Paris
Es ist soweit. Ich bin verliebt. In eine Stadt. Es ist die Stadt der Liebe. Ja. Ich gestehe. Paris, die Hauptstadt der Kultur und Kunst. Die heimliche Hauptstadt Afrikas; eine Metropole, die diese Bezeichnung verdient. Voll mit Zuckerbäckereien, Wärme, Musik und Dieben. Es ist die große Stadt aus dem Märchen, wo der König wohnt und jeder, der zum Palast will, muss auf dem Weg dorthin mehr als tausend Händler passieren, die unnützes Zeug und altes Obst feilbieten; vorbei gehts an Gauklern und Messerwerfern. Das ist Paris. Und in den Seitenstraßen der Rue de Rivoli habe ich das Glück wandeln gesehen. Es ist verrückt. Das Leben. Ich muß dort wieder hin.
:::12|9|7::: Entfreihung
Tja, da staunt der Freiheitskämpfer! Ein Journalist, der seine Meinung sagt, dem darf gekündigt werden und alle (Presse-)Welt applaudiert. Der Bürger fragt sich verwundert am Stammtisch: Ja was hat denn das zu bedeuten? Dabei hat die Frau doch nicht ganz unrecht. Und selbst wenn man meint, dass es völliger Blödsinn sei, was Eva Herman da gesagt haben soll: darf man einen Journalisten raus schmeißen, nur weil er nicht die politisch korrekte Meinung eines Staatssenders repräsentiert? Darf man das? Nein. Das darf man nicht. Und dass die anderen Journalisten diesen ganz plakativen Angriff auf die Meinungsfreiheit auch noch feiern, zeigt deutlich, in welch verwirrtem Zustand unsere geistige Elite sich befindet.
:::2|10|7::: Das Ende von Mozilla Firefox
Lange schon habe ich gezweifelt, ob Firefox tatsächlich die bessere Alternative ist. Von Anfang an war der Browser langsamer und der Bildaufbau etwas anders als beim bis dahin genutzten Explorer. Zwischendurch habe ich zum Test versucht, den Explorer mal wieder zu nutzen, doch seitdem Firefox auf dem Rechner installiert ist, stürzt der Genosse Explorer immer nach kurzer Zeit ab. Daß beim Firefox gewisse temporäre Dateien nicht auffindbar, aber vermutlich auf dem Rechner vorhanden sind, dass man im download-Fenster zwar alle downloads löschen kann, dies aber noch lange nicht bedeutet, dass sie auch auf der Festplatte gelöscht sind… das alles machte mir zunehmend Sorgen. Heute aber ist das Faß übergelaufen. Ich starte den Firefox und als Startseite öffnet sich die ehemals angeblich alternative Suchmaschine, die inzwischen jede Stasi dieser Welt vor Neid erblassen ließe, so unbemerkt bedient die Software sich auf Millionen Privatrechnern… Nun, kann schon mal passieren, denke ich und klicke den Button „Startseite“, in der Annahme, daß jetzt meine “echte” Startseite angezeigt würde. Nein. Es bleibt dabei. Das bedeutet: IRGENDWER hat heute VON AUSSEN festgelegt, das MEIN Browser eine neue Startseite öffnet. Irgendwer hat heute in MEINE PERSÖNLICHEN Einstellungen eingegriffen. Das hat sich nicht mal Microsoft erlaubt. Zumindest nicht so offensichtlich
Weg mit Firefox. Ab sofort wieder Explorer.
:::14|10|7::: Es ist HEUTE
nein. an der nazifamilienpolitik sehe ich nichts nachahmenswertes. wär auch quatsch. das war ne andere zeit, da gabs andere regeln, auf dem land gabs vielerorts noch keinen strom und zum erntedank haben blaskapellen aufgespielt. es geht in eva hermans – zugegeben etwas schlichter und leicht missverständlicher -argumentation darum, daß diese gesellschaft dringend einige veränderungen benötigt. veränderungen, die zu einer anderen familienpolitik führen. früher hat man gedacht, mit prämien, ausländischen küchenhilfen, zinslosen krediten, „haushaltstagen“ usw. dafür zu sorgen, daß frauen kinder gebären und zeit haben, sich um die brut zu kümmern. das hat im jeweiligen gesellschaftlichen kontext dann auch – wenn man so will – funktioniert. heute wären es mit sicherheit ganz andere maßnahmen, die dazu führen, daß frauen nicht das heulen kriegen, wenn der schwangerschaftstest positiv ist. denn so rosig, wie die nostalgiker meinen, war die vergangenheit nicht, gerade auch vor 1933 – hat schonmal jemand die zahl der jungen frauen geschätzt, die freiwillig ins wasser gegangen sind, weil ihr fürst sie „entehrt“ hat? wieviele frauen hierzulande von ihren familien verstoßen und in den wald geschickt wurden, weil sie nicht „den richtigen“ geküßt haben? „meine ehr ist in hamburg geblieben, in der heimat da find ich kein glück“, heißt es in einem alten küchenlied von einer frau, die verstoßen wurde und nun als nutte gehen mußte. welche möglichkeiten es heute gäbe, um möglichst viele frauen zu stolzen müttern werden zu lassen, darüber sollen gerne die fachleute beraten. die mittel der nazis und sozis jedenfalls sind dafür mit sicherheit nicht mehr zeitgemäß..
:::12|11:|7:: Volle Lotte
Zu tun! Tee trinken und arbeiten.- Meine Lieblingshexe hatte Recht: 2007 – das Jahr der Wende. Toll. Es ist alles gut. Fast alles. Mehr Zeit hab ich jetzt nicht. Und husch…
:::3|11|7::: Maddie
Schweigen. Nur Ignoranz kann helfen, dem voller Hass und Menschenverachtung daherstolzierenden Magazin titanic die Schreibmaschine stillzulegen. Es wäre Zeit, daß die in ihrem Namen plump versteckte Prophezeiung sich erfüllt.
:::2|11|7::: Mozilla V2
Nun ja. Wer auch immer daran schuld ist, daß mein Internet-Explorer nicht mehr funktioniert (er funktioniert nicht mehr, seit ich spaßenshalber mal den Firefox drübergeklebt hatte)… Ich kann den Explorer nicht mehr verwenden, es sei denn, ich schraub die Motorhaube auf und baue ein neues Betriebssystem ein. Ich habs auch mit Opera versucht. Oh oh. Dabei habe ich gelernt, daß es auch heute noch Browser gibt, die stolz darauf sind, so handlich und innovativ daherzukommen, wie ein Canon-A4-Kopierer von 1993. Jetzt also wieder Firefox. Der funktioniert wenigstens. Und daß er den google-Spionen Tür und Tor öffnet… was solls. Ich bin in der DDR aufgewachsen und kenne das…
:::21|10|7::: Bahnstreik?
Dieser “Streik” ist ein Spiegel der Gesellschaft: ungerecht, unlogisch, inkonsequent. Es ist kein Streik, sondern ein Arbeitskampf mit Gummischwertern, eine geballte Faust in der Hosentasche, ein gegenseitiges Anspucken und Mitdemfußaufstampfen. Ein Streik geht so: NIEMAND geht an die Arbeit.
:::18|11|7::: Kubrick
Falls also jemand über eine Suchmaschine jemanden finden möchte, der Stanley Kubricks Filme nicht mit feuchter Hose und vollen Augen anhimmelt, schreibe ich hier jetzt ein paar Keywords: Schnittfehler Stanley Kubrick Lolita Barry Lyndon Fehler Blende Lichtfehler Crew im Bild Anschluß So. Müßte reichen. Also: Ich habe mir endlich “Lolita” angeschaut und mußte schon beim zweiten oder dritten Schnitt (eine lange Blende) zurückspulen und nochmal laufen lassen. Da läuft doch tatsächlich am Anfang der neuen Einstellung noch ein Mensch aus dem Bild!!! Ein paar Einstellungen weiter sieht man bewegte Schatten dort, wo sich nichts bewegen durfte. Später gibts immer wieder falsche Anschlüsse (Person Halbnah, Hände auf dem Tisch – Schnitt – Person Nah, Hand am Kinn) Und diese Sachen fielen mir bereits beim ersten Mal auf. Was wohl, wenn ich den Film noch fünf mal schaue? Ich finds an sich ja nicht sooo schlimm. Schlimm finde ich, daß Kubrick als DER Perfektionsgott verehrt wird. Doch wie kann das sein, wenn ihm die einfachsten Fehler unterlaufen. Daß man einen versauten Anschluß nicht immer nachdrehen kann, ist mir klar. “Das versendet sich” – wie man so schön sagt. Aber daß man im Schnitt nicht gesehen haben soll, daß man die Blende ein paar Bilder später hätte schneiden müssen, oder ganz darauf verzichten, das glaube ich nicht. Hat Kubrick das absichtlich gemacht? Wollte er die Kritik zum Narren halten? Ließ er absichtlich kolportieren, er sei die personifizierte Perfektion und hat er zum Spaß dann offensichtliche Anfängerfehler in seine Filme eingebaut und so festgestellt, daß bei seinen Verehrern ein gesundes Vorurteil mehr wert ist als eine korrekte Bewertung? Das wäre doch eine leckere Theorie. Ich kanns mir einfach nicht erklären. Jetzt sollte ich doch noch mal die anderen Filme sehen, obwohl ich keine Lust drauf habe. Kubrick ist mir echt zu anstrengend. Über “Dr. Seltsam” hab ich noch gar nichts geschrieben. Das hatte auch seinen Grund. Es ist ein zeitgeistiges Werk. Ich weiß, Satire ist nicht zwangsläufig auch lustig. Aber der Film ist – aus heutiger Sicht – grenzwertig. Als Kunstwerk sicher ganz nett, mehr nicht. Nein, ich bin kein Kubrick-Hasser! Ich beobachtete aber die kultische Verehrung dieser Person schon immer mit Argwohn. Noch mal zu Lolita: Eine sehr gelungene Geschichte über eine ungleiche Liebe. Das Finale steht hier am Anfang, der Held muß sterben und der Zuschauer wird gute 170 Minuten lang an der Nase herumgeführt – schließlich will man herausfinden, warum er sterben mußte! Sehr schön gemacht. Alles ohne Sex, dafür aber mit dramatischer Erotik. Grosses Kino – Hut ab
28|11|7 Das ist es:
Das pralle Leben. Das Buch gedeiht, der Parisfilm V1 wird in Paris geliebt, ein neues und endlich auch erfolgversprechendes Musikprojekt steht auf dem Plan und unser Klima-Clip war offizieller BUND-Kampagnenfilm: www.bund.net Danke an Lisa Kalabuchow, Birte Markmann, Nico Sandhof, Donner und hanse.tv.
:::23|12|7::: Nazi-Osten?
Mittweida, Mügeln, jetzt Dresden… was ist das nur für ein Tendenzjournalismus? Wenn mal ein paar Schwachsinnige auf Ausländer oder Schwächere einprügeln – dann geht das sofort bundesweit durch die Nachrichten – Hauptsache, es ist im Osten passiert! Wie kann es sein, dass Rheinland-Pfalz und Niedersachsen (aber auch Sachsen) an der Spitze stehen, wenn es um die Anzahl nazilastiger Gewalttaten geht, die Wahrnehmung in den Medien aber eine völlig andere ist, nämlich die, dass es Nazischläger fast ausschließlich im Osten gäbe. Was ist das für ein Journalismus, selbst bei Deutschlands Vorzeigenachrichtensendung? Gibt’s da eigentlich jemanden, der mal mit der Faust auf den Tisch haut und sagt: „Freunde, wo bleibt die Ausgewogenheit und vor allem: die Realität?“. Ich glaube, den gibt es nicht. Stattdessen pflegen die Nachrichtenmacher ihre ganz persönlichen Vor- und Urteile. Und solange es keine Konsequenzen gibt, wird munter weitergeschwurbelt. Statt echter Inhalte gibt’s tendenziöse Berichterstattung (im Wortsinne) und verhungerte Kinder werden tagelang durchs Programm gefleddert… Auch der letzte lügende Nachbar muss interviewt werden, keine dumme Frage ist peinlich genug, um nicht gestellt zu werden. Und wofür das alles? Hier wirkt ein primitiver Selbsterhaltungsmechanismus, kausiert durch zwei verhängnisvolle Verhaltensirrtümer: 1. zweifle niemals an dir; 2. solange ich mache, bin ich. Hinzu kommt die alte Dumpfbackenregel: wer am lautesten schreit, der ist der Boss. Tja. Unsere geistige Elite ist infiziert mit Dummheit. Das bleibt nicht ohne Folgen. Geschichte wiederholt sich… Prosit Neujahr!
:::25|12|7::: Weihnacht war.
Jesus Christus hatte Geburtstag. Ich war nicht da. Auf welche Party ich gehe, darf ich glücklicherweise selbst entscheiden. Dabei kommt mir jedes Jahr die gleiche Frage: Wer ist am Heiligabend wichtiger: Jesus oder der Weihnachtsmann? Ich denke, Kinder wissen die Antwort. Kinder sagen die Wahrheit. Sylvester wird toll. Überall auf der Welt das selbe Ritual: Saufen mit Musik. Wir können stolz sein auf unsere Kultur!
:::31|12|7::: Prohibido Fumar
Ich geh heute vermutlich nicht raus. Aus Protest. Ich demonstriere an meinem Küchentisch gegen das Rauchverbot, das ab 2008 auch in meiner Stammkneipe gilt. Ich hab dafür auch schon geübt in den vergangenen Wochen: Zuhause trinken mit Zigarette. Das ist ganz einfach. Man lädt sich die Leute ein, mit denen man ansonsten in die Kneipe geht, kauft für einen Bruchteil der üblichen Rechnung eine Menge geistiger Getränke und macht sich nen Bunten. Ganz einfach. Alle sollten das so tun. Die gastronomischen Bierpreise – und vor allem die Weinpreise – sind inzwischen sowieso astronomisch. Dagegen spielen die Spritpreise ja im Sand. Noch. Prost. Hach! Protest? Pfff. Ich werd mal raus schauen…
:::1|1|8:::Und los gehts
Schade nur, daß die Stadt, in der ich geboren wurde, eine so kleine Stadt voller Neid und Hass ist. “Klüngel” heißt die politische Methode, mit der hier eine Fehlentscheidung der anderen folgt. Aus einer kulturellen und intellektuellen Stadt wird von importiertem Politikmittelmaß seit fast 20 Jahren eine kleinkarierte Postkartenkulisse gezaubert… 2009 soll sie fertig sein. Denn dann kommt Erich Honecker zu Besuch. Da freuen sich schon alle drauf. Entlang der Protokollstrecke werden alle Häuser angemalt, neue Bushaltestellen werden hingezimmert und die Straßen neu geteert. Und dann gibts auch mal Negerküsse in der Kaufhalle und alte “Semper”… Warum aber entwickelt sich die Kunst-Szene von ganz allein in die Bedeutungslosigkeit irgendwo auf das Niveau von Gadebusch-Ausbau? Nur weil all die weggehen, die mehr drauf haben, als in der Kneipe zu sitzen und Frank Zappa für Gott zu halten? Heute noch!!! Wo es doch inzwischen “Portishead” und “Nirvana” gegeben hat! Warum heißen die Menschen von woanders diese Stadt gerne “Die tote Stadt am Pfaffenteich”? Warum haben sie recht? Soll diese Stadt zum leuchtenden Beispiel für deutschen Kulturpessimismus werden? Blöde Fragen aber auch. Aber die müssen mal gestellt sein. Immer wieder. Damit wir darüber meditieren. Schließlich soll sich was ändern. Oder geht das gar nicht, weil Schwerin auf Sumpf gebaut wurde? Dieses Jahr – jedenfalls – wird ein gutes Jahr. Mit oder ohne Schwerin. Wahrscheinlich eher ohne.
:::10|1|8::: Nebel.
Vor Freude? Plötzlich war da dieses Licht. Es machte mich stumm und taub. Es zitterte mich. Was war es? Das Gute ist zurück. Und es ist so gut, daß es schmerzt. Vor Freude. Es ist gut. Mein Jahr beginnt großartig.
:::11|1|8::: Nachrichten
Die Schlagzeilen von heute sind herrlich und – toll, im Wortsinne. tagesschau.de um 15:10 Uhr liefert beste Belege für eine völlig durchgeknallte Gesellschaft: An 1, das stelle man sich vor: „Klinsmann wird Bayern-Trainer!“. Wollen die Nachrichtenmacher uns vorgaukeln, der bayerische Fußball sei also wichtiger als Neapels Müll- und Gewaltproblem, Deutschlands Jugendkriminalität oder Bushs aktuelle Äußerung „Wir hätten Auschwitz bombardieren müssen“? Das kann ich nicht glauben. Wer hier nicht sofort an eine verschwörungstheoretische Verdummungsmaschinerie glaubt, der hat keinen Verstand… Richtig witzig wird’s aber erst weiter hinten: „Riester Rente – nutzlos für Millionen Versicherte“ „Telefongesellschaft schaltet FBI-Abhörgeräte ab“ „Spaniens Abtreibungsärzte im Streik“ „Mit Gehörschutz in den Kindergarten“ Deutschlands Vorzeigenachrichtensendung karikiert sich und den gesamten Berufsstand und meint es vermutlich noch ernst. Das ist wirklich lustig.
:::13|2|8::: Wettbewerb
So. Heute mußte ich den Suchmaschinenlink ändern. Mit einem herzlichen Glückwunsch an die yahoo’s. Die Microsoft-Maschine live.com konnte sich an der Spitze leider nicht behaupten. Noch vor gut 2 oder 3 Jahren preschte sie in den Markt mit der ersten “echten” Suchmaschine, die sich quasi von allein aktualisierte. D.h. seit dem Zeipunkt war es für website-Betreiber nicht mehr nötig, sich bei Suchmaschinen anzumelden. google und Co. waren überrascht und konterten mit einer Medienoffensive. google war dabei am besten, denn es verging fast keine Woche ohne eine Pressemeldung mit der Sprachregelung “google, die beliebteste (oder meistgenutzte oder erfolgreichste oder modernste…) Suchmaschine”. Die Damen und Herren Journalisten plapperten dies natürlich ungeprüft weiter… Egal. Ihren Vorsprung haben die Microsofties verspielt. Jetzt sind die andern wieder dran. Z.B. google. Aber auch alltheweb.com – ehemals die schnellste Suchmaschine der Welt. Gehört inzwischen zu yahoo und wenn Microsoft vielleicht doch noch mit denen in einem Topf rührt, wird live.com davon sicherlich auch profitieren. Doch dann ists zu spät. Ich bin weg, bei alltheweb.com, so wie vor 7 Jahren schonmal.
:::18|2|8::: Schmieriges Parkett
Es ist ziemlich angesagt unter Altpromis und Youngstars und Dazugehörern, in Berlin zu sein. Berlin wird in diesen Kreisen gefeiert, weil es den einen oder anderen berühmten Amerikaner an „das New York der 70er“ erinnert. Und das findet „man“ abgefahren. Die Berlinale hatte früher das Problem, daß sie quasi weltweit so bedeutend war, wie das Kurzfilmfestival von Kassel (gibts das noch?). Promis mußten teuer bezahlt werden, damit sie den roten Teppich von Berlin beschnuppern wollten. Jetzt ist Berlin gerade „in“! Die Promis kommen freiwillig. Und wir Berliner und Freunde Berlins sollten uns darüber freuen und mitfeiern. Bringen die Stars doch etwas Glanz in die Stadt. Herrlich. Daß Madonna und die Rolling Stones dabei waren, kann aber auch bedeuten, daß deren Zug abgefahren ist und sie ansonsten kaum noch eine Chance bekommen, sich von Fotografen jagen zu lassen. In Berlin ist das anders. Die deutschen Journalisten prügeln sich ja sogar um Gruppenfotos mit GZSZ-Darstellern und schenken ihren Lieben echte Andrea Berg – Autogramme („Was, die hast du persönlich kennengelernt? Toll!!!“)… Hier ist also Madonna als Promi noch was wert! Aber, es ist völlig normal, daß diese Branche, die von der Inszenierung lebt, sich derart selbst inszeniert. Also: Spott aus.
:::22|2|8::: Demokratie
Im Westen geht die Angst um: denn “igittigitt die Linkspartei ist da!” Und die Medien sind sich mal wieder einig: die DKPler wollen die DDR zurück, die fanden Stasi und Mauer sogar großartig. (Diese Wertung der Worte einer fehlgeleiteten DKP-Politikerin ist ebenso schwachsinnig wie das Thema an sich.) Und Frau Ypsilanti will die Mutter aller Hessen werden. Dafür würde sie sogar alle Augen zudrücken, wenn ihr die Linken applaudieren und ihr wohlwollend die Stimmzettel bemalen. Verrückt. Und darüber wird nun ein Faß aufgemacht. Die SPD-Frau soll nämlich böse gucken und die Linken doof finden. Mit denen spielt man schließlich nicht! Daß aber auch die Linken eine Partei mit einem Wählerauftrag sind, daran will keiner der “waschechten Demokraten” erinnert werden. Und was für eine Angst haben sie vor Lafontaine! Ich bin bestimmt nicht sein Freund, aber eines ist sicher: er kann einen Saal besoffen reden. Wenigstens etwas! Was kann Westerwelle dagegenhalten? Während die “Politik der Mitte” die Steuern erhöht, die persönliche Freiheit des einzelnen einschränkt, mit Stasimethoden gegen Demonstranten vorgeht und Sozialleistungen kürzt… Ja was erwarten die denn? Beifall? Und es wäre dringend an der Zeit, daß die “demokratischen Parteien” zeigen, was Demokratie auch bedeutet: mit den anderen auszukommen.
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