Die Profis von der Sport-Regie!

Das war mal was.
1. Ich konnte mich nicht entziehen. Ich habe es wirklich versucht, doch irgend eine überirdische Kraft zog mich um 20.43 Uhr vor den Fernseher.
2. Hut ab vor der Regie!!! Denn dramaturgisch haben die alles richtig gemacht, sie haben einen Fußballnichtfan wie mich vor dem Fernseher gehalten: Deutschland begann das Spiel auf normalem Nationalmannschaftsniveau und zeigte, daß die Mannschaft in der Lage ist, dieses Spiel zu gewinnen. Doch das stand so nicht im großen EM-Plan! Schon ab der 10. Minute spielten die Deutschen hauptsächlich nach hinten, ließen die Spanier ins Spiel und bis vors Tor kommen (wie abgesprochen). So. Die Deutschen waren sogar so nett, den ersten ernsthaften Torschuß auf den deutschen Kasten selbst zu besorgen, weil die Spanier es irgendwie nicht schafften. Naja. Nach dem 1:0 war es wieder spannend, denn nun erwartete ich, daß die Deutschen sich beeilen werden, zum Ausgleich zu kommen. Nein. Na gut, sie wollen erstmal in die Kabine. Also mußte ich mir die zweite Halbzeit auch anschauen!!
Doch keine Änderung, die Taktik hieß: laßt die Spanier agieren! Irgendwann, ich wollte jetzt wirklich ausschalten, ging es plötzlich wieder auf dem Rasen. Es schien, als hätten sich die Spieler gegen das Ergebnis-Kartell erheben wollen und das Spiel doch noch – entgegen jeder Regie – gewinnen wollen. Es sah nach Kampf aus, rote Karten wurden provoziert, aber sicherheitshalber vom Schiri einfach mal übersehen.
Ich mußte weiterschauen. Und dann konnte ich nur noch lachen. Darüber, wie die Deutschen sich anstrengten, den schlechtesten EM-Final-Fußball für immer zu spielen.
Insgesamt hätten die Spanier locker mit 3:0 gewinnen können, soviele „Großchancen“ haben die deutschen Spieler zugelassen (inkl. Eigentor). Hätten alle ernsthaften Torchancen einen Abschluß im Kasten gefunden, wäre es mindestens mit 5:0 ausgegangen.

Aber, und darauf kommt es an: es war ein spannender Sonntagabend mit fröhlichem Abschluß.
Am lustigsten waren dann nämlich die Auswertungen von Günter Netzer und Co. Eine Floskel jagt die nächste, Worthülsen werden getauscht, als gäbe es kein morgen. Mit journalistischem Vorwand und schlimmster Lokal-TV-Kulisse muß der Bundestrainer, das Mikro selbst haltend (und das bei ARD!!!), uralte Antworten auf uralte, von Sport-“Journalisten“ immer wiedergekaute, Fragen geben…

HILFE!

Und aus.


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